Fahrgestell wird schön

Oktober 2020

Viele Monde waren ins Land gezogen. Rico hatte den ganzen Sommer damit zugebracht, insgesamt 268 Einzelteile zu sägen, zu bearbeiten, zu schleifen und in den Keller zum Ölen zu bringen. Die Corona-Pandämie und die damit verbundene Kurzarbeit kamen ihm dabei sehr gelegen.

Bei Gustav war nicht viel passiert. Aber wir lagen ja auch noch im vorher vereinbarten Zeitplan. Im Herbst sollte der Bau eigentlich erst beginnen. Und dafür waren wir eigentlich schon ziemlich weit.

Anfang Oktober erreichten uns dann ein paar Bilder mit der Frage, was wir denn jetzt mit dem Fahrgestell machen sollten? Es sah zwar für sein Alter super aus. Aber die eine oder andere Stelle hätte schon etwas aufbereitet werden können.

Wir überlegten kurz und entschieden uns, es komplett überarbeiten zu lassen. Zwar war es zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich nötig. Doch sollte eine dieser Stellen irgendwann in den nächsten 30 Jahren Probleme verursachen, würden wir uns sicher ärgern. Und dafür sei der Aufwand doch jetzt eher gering.

Also wurde zunächst alles geschliffen und grundiert. Das machte Gustav nicht unbedingt hübscher…

Doch das Ergebnis war der Hammer. Als uns diese Bilder erreichten konnten wir unseren Augen kaum trauen, was so ein bisschen Farbe doch ausmachte…

Der Aufwand hatte sich auf jeden Fall gelohnt. Nicht nur optisch. Denn wir denken, diese Schicht wird sicher die nächsten 50 Jahre halten 😉

Als nächstes kam die Nachricht „Ich habe ein paar schöne Tanks für Euch“ von Benny. Da es Tanks aus Aluminium waren, lehnten wir dankend ab. Wir wollten Stahltanks. Bennys Einwand Stahltanks seien aber etwas schwerer erwiderten wir mit den Bedenken, dass es sicher in vielen Gegenden der Welt, in die wir uns bewegen möchten, leichter sei jemanden zu finden, der einen Stahltank schweißen kann als bei Aluminium. Immerhin ist der Teufel bekanntlich ein Eichhörnchen und wie es der dumme Zufall will, könnte man sich irgendwo trotz jeglicher Vorsicht immer mal ein Loch in den Tank fahren.

Also wurden Stahltanks besorgt und zunächst provisorisch befestigt.

Solltest Du Dich übrigens die ganze Zeit schon fragen, ob da nicht noch zwei Hinterräder fehlen, liegst Du absolut richtig. Die inneren Räder kommen später wieder drauf. Sie fehlen nur, weil die Arbeiten am Fahrgestell so deutlich einfacher sind.
Bei der Gelegenheit noch ein Wort zu den Rädern allgemein. Wir haben uns dazu entschieden, zunächst die verbauten Räder zu behalten. Expeditionsmobile fahren normalerweise auf einfacher Bereifung mit dann deutlich größeren Rädern. Das hat mehrere Gründe:
Zum Einen sinkt der Verbrauch deutlich, wenn man große Reifen aufzieht, weil sich die Umlaufgeschwindigkeit erhöht. Somit kann man bei gleich bleibender Fahrgeschwindigkeit mit einer geringeren Motordrehzahl fahren.
Ein anderer Grund ist das Verhalten in unwegsamem Gelände. Je nach Bodenbeschaffenheit kann es sinnvoll sein, den Luftdruck der Reifen deutlich zu senken. Dadurch erreicht man eine größere Auflagefläche der Reifen und sinkt nicht so schnell ein. Macht man dies bei Zwillingsbereifung reiben jedoch die inneren Flanken der Reifen an einander was dazu führt, dass sie sich gegenseitig abnutzen was sehr schnell einen Reifenplatzer zur Folge hat.
Der dritte Grund sind Steine, die man auf Schotterpisten mit dem Spalt zwischen den Reifen aufsammeln kann. Auch diese reiben dann die Flanken der Reifen auf und zerstören sie im schlimmsten Falle.
Da wir unsere ersten Erfahrungen allerdings auf den Straßen Europas sammeln wollen und die Reifen echt noch sehr gut aussehen, lassen wir es zunächst bei der Zwillingsbereifung und werden dann später auf Einzelbereifung wechseln.

Ein weitere Punkt, der sich an Gustav in dieser Zeit verschönert hat, war der Zwischenrahmen. Er war inzwischen beim Verzinken und hatte eine schöne silbrige Farbe bekommen.

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