Die Hochzeit

Einen riesigen Meilenstein in der Entwicklung vom Rüstwagen zur Wohnung auf sechs Rädern setzt natürlich die Hochzeit zwischen Wohnkabine und Gustav.
So konnten wir es kaum erwarten bis es dann endlich am vergangenen Mittwoch soweit war.

Zuvor mussten einige Vorbereitungen getroffen werden. Die meisten davon waren schon erledigt, als Rico und sein Sohn Robin bei frm-technik eintrafen.

Wir warnen Euch gleich vorweg. Dieser Beitrag wird lang 😄, hat aber viele Bilder…

Der Tunnel für den Durchgang war fixiert. Inzwischen hatte der Wohnkoffer auch das Bullauge und die Dachreeling erhalten. Alleine so war es schon ein erhebender Anblick.

Nun mag man sich zu recht fragen, wie dieser Koffer auf Gustav gehoben werden sollte.
Die Antwort ist relativ einfach aber nicht leicht. Sie hat immerhin ein Leergewicht von sage und schreibe 10 Tonnen. Der Wohnkoffer ist dagegen mit seinen ca. 750kg ein echtes Leichtgewicht.

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Auf Gustavs Hauptrahmen waren mehrere Holzbalken gelegt worden. Irgendwie sollte es schließlich möglich sein, die Gabeln des Gabelstaplers wieder heraus zu bekommen.

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Hier überprüft übrigens der Chef höchstpersönlich noch einmal die richtige Lage der Balken.

Als diese Vorarbeiten erledigt waren begann der spannende Teil. Der Wohnkoffer wurde angehoben, die Rollbretter, auf denen er bis jetzt stand, entfernt und aus der Halle gefahren. Dies war an sich schon spannend, denn der Absatz zwischen dem Betonboden der Halle und dem Schotter davor sah für unsere Augen wirklich bedrohlich hoch aus.

Der Wohnkoffer war also nun an Ort und Stelle. Da fehlte nur noch Gustav. Er wurde rückwärts darunter gefahren.
Bei dieser Gelegenheit hörten wir Gustav auch zum ersten Mal mit eigenen Ohren. Was für ein Klang! Er brüllt sonor. Kräftig. Aber – wie wir finden – nicht zu laut.
Das Angebot an Rico, das Rangieren selber zu übernehmen, lehnte er übrigens dankend ab 😄.

Das Rangieren war absolute Millimeterarbeit. Mit manch anderem Gabelstapler kann man die Last nach links und rechts ein wenig verschieben. Dies geht aber mit dem hier eingesetzten wohl nicht. Also musste Gustav vor und und zurück gefahren werden, bis es exakt passte. Es galt, die Löcher für Verschraubungen zwischen Haupt- und Hilfsrahmen hinten ganz genau in Deckung zu bringen.

Gustav stand nun schon ziemlich genau unter dem Wohnkoffer. Lediglich der seitliche Versatz musste noch angepasst werden. Hierzu wurde der Gabelstapler millimeterweise vor und zurück gefahren und die Kabine Stück für Stück abgesenkt. Der Holzbalken zwischen den beiden Blechen zeigt übrigens, wie exakt die Männer von frm-technik bei der Erstellung des Hilfsrahmens gearbeitet hatten. Der Balken diente dazu, die beiden Bleche geringfügig auseinander zu drücken, damit sie über den Hauptrahmen von Gustav passten.

Hinten stimmte alles. Da Gustav aber nicht ganz genau in einer Flucht mit dem Wohnkoffer stand, musste dieser auf den Gabeln des Staplers mit Manneskraft und unter Ausnutzung der Hebelkräfte ein wenig gedreht werden.

Nun wurde der Koffer abgesetzt.
Das Herausziehen der Gabeln des Staplers gestaltete sich allerdings doch etwas schwieriger, als gedacht. Die eine saß genau auf Höhe des Einfüllstutzens des Dieseltanks von Gustavs Beifahrerseite. Dieser wurde also kurzerhand aus seiner Halterung heraus gehoben und auf einen Unterbau auf dem Boden abgelegt. Der Stapler fuhr zurück und zog nun seine Gabeln heraus. Lediglich die vordere Gabelverlängerung blieb noch zwischen Gustavs Hauptrahmen und dem Hilfsrahmen des Wohnkoffers. Sie musste vorsichtig entfernt werden, weil sie sich ansonsten mit dem Tankeinfüllstutzen auf der Fahrerseite verkeilt hätte.

Als nächstes mussten die Holzbalken zwischen den beiden Rahmen entfernt werden. Für den hinteren kam ein kleinerer Gabelstapler zum Einsatz, der das Heck des Koffers anhob. Das war leicht.

Um auch den vorderen Balken entfernen zu können, wurde der Koffer vorn angehoben.
Um zu verhindern, dass er sich auf Gustavs Hauptrahmen verschiebt, wurde der Hilfsrahmen hinten auf beiden Seiten mit jeweils einem Bolzen gesichert. So entstand hier ein Drehpunkt.

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Für den vorderen Balken wurde die Kabine links mit dem Gabelstapler angehoben.

Auf der rechten Seite kam ein so genannter „Hijack“, eine Art Wagenheber, mit dem man sehr hoch arbeiten kann, zum Einsatz.

Damit war es geschafft! Nun ist endlich zusammen, was zusammen gehört. Auf diesen Augenblick hatten wir lange gewartet.

Gustav ist ein echtes Monster.

Aktuell misst er noch 3,75m Höhe. Das wird sich jedoch bald ändern.
Ein Mal Volltanken mit Diesel wird ihn mit zusätzlichen ca. 560kg etwas drücken. Den Innenausbau, also Möbel und fest verbaute Geräte wie Kühlschrank, Elektrik, Heizung, Kochfeld, Spüle und ähnliches, schätzen wir im Moment auf ca. 600kg. Die gefüllten Wassertanks werden dann noch einmal 500kg an Gewicht bringen und die beiden Motorräder schlagen zusammen mit etwa 400kg zu Buche. Wir schätzen, dass er bis zur Fertigstellung ca. 8-10cm an Höhe verlieren wird.
Die Schwerlastfedern schlagen im Moment noch nicht einmal an ihre Blöcke.
Sobald wir jedoch auf die großen Offroad-Räder wechseln, kommt Gustav wiederum um 13cm hoch.

Im Moment steht Gustav noch in Giengen. In den nächsten Tagen müssen einige Arbeiten an ihm fertig gestellt werden, bevor wir ihn in ca. 2 Wochen nach Hause holen und der Innenausbau beginnen kann.
Bis dahin werden der hintere Unterfahrschutz sowie die hintere Stoßstange montiert. Der Gastank wird seinen Platz finden und es müssen einige andere Kleinigkeiten erledigt werden.
Die seitlichen Staukästen werden erst zu einem späteren Zeitpunkt angebracht werden. Es wird leichter sein, Arbeiten unter Gustav zu erledigen, wenn sie noch nicht im Weg sind.
Die Blaulichter bleiben erst einmal auf dem Dach. Wir wissen noch nicht so ganz, was wir mit ihnen machen sollen. Der TÜV wird sie auf keinen Fall so akzeptieren. Schreibt doch mal in die Kommentare, was Ihr damit machen würdet.

In den nächsten Tagen werden wir das Videomaterial, das während der Hochzeit entstanden ist, bearbeiten und online stellen. Da wir im Bearbeiten von Videos nicht sehr viel Erfahrung haben, wird dies einige Tage dauern. Aber wir werden an dieser Stelle berichten, wenn wir damit fertig sind.

Diesen Beitrag möchten wir mit einem ausdrücklichen Dank an die Männer und die Frau 😉 von frm-technik schließen. Die Hochzeit war ein einmaliges Erlebnis und Ihr habt abermals gezeigt, dass Ihr absolute Profis seid!
Vielen Dank für die bislang geleistete Arbeit.

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