Jetzt kommt Spannung

Ui, ist es wirklich schon wieder so lange her, dass wir hier etwas geschrieben haben? Aber wenn Rico in seinem Arbeitsflow ist, dann vergisst er eben Raum und Zeit. Seid also gespannt, es hat sich einiges getan.

Nachdem die Sitzgruppe nun so weit fortgeschritten ist, dass man eine vermuten könnte, haben wir uns mal wieder dem Thema Technik gewidmet. Da schlägt Ricos Herz eben am höchsten.

Die Wassertanks sind zwar schön, nützen aber ohne Leitungen gar nichts. Bevor es also in Gustavs Sprache: Wasser marsch heißt, schnell mal Schläuche basteln und anbringen.

Links sieht man die Leitung, die zur Druckpumpe führt. Gustav besitzt den Luxus, dass wir variieren können, aus welchem der beiden Tanks wir Wasser entnehmen. Dies ist durch eine Intelligente Lösung mit einem Kugelventil in der Leitung möglich. So viel Luxus haben wir zuhause nicht. Vielleicht bekommt Isi ihn noch dazu überredet, einen Tank mit Wein statt Wasser zu befüllen. Wäre das nicht einfach genial und praktisch? Schauen wir mal.
Der dicke Schlauch, der über den Tank läuft, ist die Leitung zum Befüllen des Tanks. Dieser Schlauch führt durch die Sitzbank in die Heckgarage. Dort wird er später mit einem Bajonettanschluß versehen werden.
Das gelbe Ding oben rechts in der Ecke ist der Anschluß für die Entlüftung bzw. der Überlauf.

Er führt durch den Boden nach draußen. Die Gefahr das Kleinstiere unser Wasser für ein Wellenbad nutzen ist leider gegeben. Wer uns kennt, weiß das wir Tiere lieben, aber auch die Tierliebe hat Grenzen.
Als Lösung haben wir uns für Schutzsiebe entschieden. Diese werden normalerweise in den Saugleitungen von Teichpumpen verwendet.

Diese Dinger haben ein Rückschlagventil, damit die Leitung zur Teichpumpe nicht leer laufen kann und die Pumpe gleich Wasser zur Verfügung hat wenn sie anläuft. Bei uns muss die Flußrichtung aber genau anders herum sein. Darum musste das Ventil entfernt werden. Mit ein bisschen Gewalt am Schraubstock war das aber kein Problem. Genau Rico’s Ding also.

Das Thema Wasser ist nun also soweit vorbereitet, dass nur noch die Armatur und die Bajonettanschlüsse in der Heckgarage angeschlossen werden müssen. Wenn da nicht noch eine Wand fehlen würde. Ach, es braucht ja so viel Geduld. Erstrecht, wenn man so aufgeregt ist wie Rico, der alles am liebsten gleich erledigen möchte.

Jetzt konnte es endlich mit dem Lieblingsthema für Rico losgehen: Elektrik

Gerne würden wir mit dem Laden der Batterien beginnen. Aber halt! Bei dem gemütlichen gebrumme und geschaukle während der Fahrt würden die Batterien ohne Fixierung glatt auf Wanderschaft gehen und wer hat schon Lust ständig Batterien mit einem Eigengewicht von 20Kg nach jeder Fahrt wieder aufzuräumen? Also wieder die grauen Zellen anregen und eine Lösung finden. So ist die Auswahl auf Alu-Winkel, die am Boden verschraubt werden, entstanden, um unsere Energieklötze an Ort und Stelle zu halten wie ein gut sitzender Sport BH. Sie bilden einen Rahmen, in dem die Batterien stehen und bleiben wo sie sollen. Sollten sie aber Energie aufbauen und höhenwahnsinnig werden und gar das Fliegen versuchen, werden sie sicher durch einen Spanngurt daran gehindert.
Die Solarpanele sind hungrig auf dem Dach montiert und warten darauf, endlich ihre Arbeit beginnen zu können. Nun gilt es einen Platz für die Laderegler zu finden.

Hm, die Winkel sind auf diesem Bild noch gar nicht montiert. Das kam dann wohl erst später. Raum und Zeit verschwinden im mystischen Gustav.
Über den Batterien sieht man das Batteriemanagementsystem, kurz BMS. Obwohl es so klein ist, hat es einige enorm wichtige Aufgaben. Es überwacht die Batterien. Wenn die Batterien eine Überspannung melden oder ihnen zu kalt werden sollte, unterbindet es die weitere Ladung. Melden die Batterien eine Unterspannung, trennt es alle Verbraucher und verhindert so eine weitere Entladung. Außerdem sorgt es dafür, dass alle Batterien immer ausgeglichen geladen sind. Bei Lithiumbatterien – und das betrifft auch Lithium-Eisen-Phosphat, kurz LiFePo4 Batterien – ist dies sehr wichtig.

Auf kleinen Brettchen rechts und links der Batterien sind die groben Verteilungen für Plus und Minus verschraubt.

Das linke Bild zeigt die Minus-Seite mit dem Hauptschalter und dem Meßshunt.
Auf dem rechten Bild sieht man die Plus-Verteilung. Sie ist grob, denn die Unterverteilung geschieht an einer anderen Stelle.
Rechts sind die Sicherungshalter für die verschiedenen Ladegeräte zu sehen. Multitask Gustav kann so über drei verschiedene Arten die Batterien laden: Solar, Lichtmaschine und über Landstrom. Nobel, nobel dat Kerlchen. Da jedes Ladegerät seine eigene Sicherung braucht, kommen so 5 Sicherungen zusammen. Hört Ihr Rico’s Herz auch schlagen?
Die beiden länglichen blauen Kästen sind BatteryProtects. Einer schaltet den Eingang und einer den Ausgang. Diese beiden Kästen werden bei Bedarf vom BMS angewiesen, die Verbindung zu den Batterien zu trennen (s.o.).

Normalerweise werden die Batterien untereinander mit Kabeln verbunden. Uns war aber die Handhabung der dicken Kabel zu mühsam. Darum haben wir uns Kupferschienen besorgt. Auch für die kurzen Verbindungen zum Hauptschalter und von dort zum Shunt haben wir die verwendet.

Der Meßshunt dient übrigens zur Messung wie viele ‘Stromlinge‘ in die und aus den Batterien gewandert sind. Das Ergebnis der Messung können wir dann am Batteriecomputer ablesen. Der ist auch mit Bluetooth ausgestattet. So können wir sogar auf dem Handy nachsehen, wie der Ladezustand unserer Batterien ist. So viel Hightech lässt sich von aussen kaum vermuten.

Da das Fahrgestell von Gustav mit 24V arbeitet, wie es sich für einen LKW gehört, wir aber im Wohnraum mit 12V hantieren, brauchen wir 24V/12V Ladegeräte, die die Spannung von der Lichtmaschine für unsere Batterien verträglich machen.

Hier sind auch schon eine Menge anderer Kabel verbunden. Sie alle zu erklären würde vermutlich den Rahmen dieses Beitrags sprengen.
Unten links in der Ecke ist das Ladegerät für unseren Gustav zu sehen. Denn nicht nur er kann unsere Batterien laden. Es geht auch anders herum. Wenn der Solarertrag hoch genug ist, schaltet der Batteriecomputer dieses Ladegerät ein. So werden die Fahrzeugbatterien auch von der Sonne geladen.
Noch sieht es ein wenig unordentlich aus. Das wird sich aber noch ändern. Die Jungfrau in Rico wird es schon handeln.

Nun hätten wir also Strom durch die Sonne und durch die Lichtmaschine. Fehlt noch der Landanschluß.

Da wir Sonnenanbeter sind gehen wir davon aus, dass wir nur selten Strom von außen brauchen werden. Darum ist der Anschluß außen auch eher etwas schwieriger zu erreichen. Das Kabel kommt durch den Boden unter dem Podest der Sitzgruppe und führt zu den beiden Ladegeräten. Die müssen wir dann von Hand einschalten. Mal das eine, mal das andere. Bei so viel Technik darf auch ein wenig Handarbeit nicht fehlen.

Die Eingänge wären nun erledigt. Kommen wir also zu den Ausgängen.

Vom ‚BatterieProtect out‘ verläuft ein dickeres Kabel zu einem Verteiler (unten im rechten Bild). Dort werden einige Verbraucher angeschlossen, die ihre eigene Sicherung mitbringen, wie z.B. die Heizung.
Darüber liegt die Unterverteilung für alle anderen Verbraucher wie Licht, USB-Steckdosen, etc. Diese Unterverteilung wird erst nach und nach wachsen.

Im Augenblick gleicht das Kabelgewirr wirklich noch einem Chaos. Nun Ordnung braucht ja auch nur der Dumme, das Genie beherrscht das Chaos. Seid Euch sicher, Rico richtet auch das.

2 Kommentare zu „Jetzt kommt Spannung

  1. Moin!
    Ich habe deinen Blog im Allrad-Forum gefunden. Schön gemacht!
    In deiner Elektrik finde ich irgendwie keine Hauptsicherung direkt am Akkublock, habe ich die übersehen oder möchtest du keine einbauen. Ich hätte da etwas Schiss! 😉

    VG Matthias aus dem Fernwehbus

    1. Hallo Matthias.
      Vielen Dank für die Blumen. Allerdings muss ich gestehen, dass unser Gustav schon viel weiter ist, als aus dem Block hervor geht. Er ist aktuell ohne Einschränkungen bewohnbar. Es fehlen hinten nur noch Kleinigkeiten und die abgehängte Decke. Aktuell schlage ich mich mit der Gas-Erstabnahme herum. Irgendwie fehlt uns die Zeit zum Schreiben.
      Ich habe Deinen Hinweis mit der Hauptsicherung aufgegriffen und es überprüft. Im Schaltplan ist sie natürlich eingezeichnet. Bei der Installation habe ich sie wohl tatsächlich vergessen. Das klingt komisch, ist aber so. Somit danke ich Dir tausend Male für die Frage. Die Sicherung wird nach installiert.

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