Tischplatte, Arbeitsplatte und so …

Vor allem das „und so…“ hat es in sich. Aber lest selbst.

Eigentlich war uns von Anfang an klar, dass wir für die Tischplatte, die Arbeitsplatte und die Platte unter dem Holzofen eine Vollholzplatte haben wollten. Uns war nur nicht so ganz klar, aus welchem Holz und woher man Platten in diesen Größen bekommen kann.
Bei der Auswahl des Holzes gefiel uns entweder die Maserung nicht oder die Farbe traf nicht unseren Geschmack. Auch wollten wir wegen der Nachhaltigkeit ein einheimisches Holz. Der Öko Gedanke bei einem 14 Liter Hubraum Fahrzeug aus dem Jahr 1991 ist nicht von der Hand zu weisen….
Nach einiger Recherche im Internet trafen wir schließlich auf die Firma Spon-Holz in Bernau bei Berlin. Die beiden Brüder bieten wunderschöne Massivholzplatten in individuellem Zuschnitt an. Da schlugen unsere Herzen gleich viel schneller und auch noch im gleichen Takt!
Unsere Schätze sind aus massivem Eichenholz, aber mit Nussbaumöl behandelt. So haben wir eine beeindruckende Maserung und warmem Farbspiel.

Das Sahnehäubchen an diesem Anbieter ist, ob man eine glatte Schnittkante oder lieber verschieden ausgeprägte Baumkanten haben möchte. Wir haben uns für den Tisch und die Platte unter dem Holzofen für schlichte Baumkanten und für die Arbeitsplatte für eine geschwungene Baumkante entschieden. Die Hoffnung war: wenn wir es nicht schaffen sauber und gerade zu arbeiten, fällt es mit den natürlichen, unregelmäßigen Baumkanten kaum auf.
Astlöcher und Riße werden hier mit schwarz eingefärbtem Harz gefüllt und verleihen dem ganzen einen ganz eigenen Zauber.
Auf den Bildern kommt es gar nicht richtig raus, wie klasse das aussieht. Aber aufgepasst: Diese Platten haben ihr Gewicht!

Jetzt konnte endlich der Einbau des Kochfeldes folgen. Einfach mal schnell den Ausschnitt rein und fast fertig ist der Einbau. So kennt man es von der normalen Küche zuhause. Dies mag bei Platten aus Pressspan auch zutreffen. Nicht aber bei Eiche massiv. Hier einen Ausschnitt hinein zu bekommen, ist eine echte Harte-Männer-Arbeit. Die Stichsäge mit einem wirklich hochwertigem Blatt ist gleich mal in die Knie gegangen. Somit wurde am Ende der Ausschnitt mit der Flex erledigt.

Zum Glück haben wir uns nicht versägt und das Kochfeld passt perfekt. Solch ein wunderschönes Holz zu sägen ist eh mit viel Respekt und Überlegung behaftet.

Ist der Anblick nicht einfach einladend?!? Freude oh Freude auf die erste Küchenschlacht.

Gas
Jeder Gasverbraucher in einem Wohnmobil muss separat von der Gasversorgung leicht zugänglich getrennt werden können. Das schreibt das Gesetz vom ‚Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur‘ vor. Ach was wäre es sonst einfach! Also mussten wir das Gasrohr von unten durch den Boden der Kabine in den Spülenunterschrank legen und von dort wieder zurück zum Kochfeld. No problems, only solutions ist unsere Devise. Wo ein Wille ist, ist auch ein Rico.

Der untere Abgang geht zum Kochfeld, der obere zum Gas-Backofen. Aber Moment, wo ist denn der Backofen? Sonntag ohne Sonntagskuchen? Wo wären wir da??? Jaaaa, wir haben noch keinen. Ursprünglich war der über dem Kühlschrank geplant. In der Zwischenzeit haben wir uns aber entschlossen, es erst einmal mit einem elektrischen ‚Air Fryer‘ zu probieren. Der wird nun auf Herz und Nieren zuhause geprüft und erst wenn er das „Isi-Siegel“ erhält, wird er eingebaut. Somit ist der Arme noch in der Testphase.
Der Abgang zum Backofen ist deshalb mit einem Blindstopfen versehen.

Was wäre Camping ohne grillen? Wie ein Sonntag ohne Kuchen, Montag ohne schlechte Laune und eine Suppe ohne Salz. Somit muss die Gasleitung mit einem T-Stück getrennt werden zwischen Herd und Grill. Das findet unsichtbar nach dem Gastank unter der Wohnkabine statt. Die Leitung für den Grill wird durch einen Querträger des Hilfsrahmens geführt und ist so elegant gelöst.
Das Ende dieses Rohres findet sich nun im hinteren, rechten Staukasten und schließt auch hier wieder sauber mit einem Absperrhahn.

Der Knebel des Absperrhahns kann übrigens nur verdreht werden, wenn sich auch wirklich ein Gasschlauch zum Grill an dieser Armatur befindet. Wir haben es ja hier nicht mit Anfängern zum tun, hehe.

Jetzt aber zum ersten Test des Kochfeldes: Also, Haupthahn am Gastank öffnen und schauen, ob wir eine Flamme ans Kochfeld bekommen.

Wieder Trommelwirbel….
JA! Es funktioniert. Ein Träumchen….. Die Flammen brennen, lassen sich sauber regulieren, die Bimetalle schließen, wenn man die Flamme löscht und es scheint alles dicht zu sein und oh Wunder oh Wunder, man riecht kein Gas in der Kabine.
Gas, check. Oder doch nicht?
Was ist das? Hinter Gustav riecht es nach Gas. Die Hoffnung: Ach, das werden Reste sein, die entfleucht sind, als wir den Haupthahn geöffnet haben. Die Realität: Hm, das ist schon eine Weile her und es geht ein mittelstarker Wind. Der müsste doch das Gas längst weg getragen haben. Hmmmm.
Wir entschließen uns für einen Test und lassen alles, wie es ist. Der nächste Tag wird zeigen, ob alles in Ordnung ist. In der Ruhe liegt ja schließlich die Kraft.
Am nächsten Tag ist der Geruch immer noch da. Mist! Es muss also eine Undichtigkeit geben. Super! Im Innenraum ist von Gas absolut nichts zu riechen. Also muss es irgendwo am Tank oder am Anschluß für den Grill sein. Im Stauraum ist von Gas keine Spur. Die Armatur am Gastank oder das T-Stück für den Abzweig muss der Verursacher sein.
Mit Lecksuchspray versuchen wir der Sache auf den Grund zu gehen. Aber so viel wir auch einsprühen, ein Leck lässt sich nicht erkennen. Finde den Fehler ist doch immer die schönste Aufgabe. Bei einem Spaziergang mit unserem Hund trifft Rico zufällig einen Gas- Wasserinstallateur aus unserem Dorf und spricht ihn natürlich direkt darauf an. Wer kennt schon Feierabend oder Wochenende, wenn es um eine Herzensangelegenheit geht. Der Profi meint, wenn das Gas zu schnell abströmt, kann es sein, dass das Lecksuchspray weg geblasen wird bevor sich die Blasen bilden können, die das Leck anzeigen sollen.
Da hilft nur, alle Verschraubungen noch einmal zu lösen, zu kontrollieren, die Gewinde mit Gasdichtfett einzuschmieren und erneut zu schließen. Eine Arbeit, die NUR einen ganzen Nachmittag erfordern wird.

Leicht ist diese Aufgabe natürlich nicht. ALLE Verschraubungen für Gasleitungen müssen nun mit maximaler Kraft geschlossen werden. Der Tank sitzt hinten, unter dem Boden von Gustav. Also sitzt man „gemütlich“ auf den Pflastersteinen und arbeitet „entspannt“ über Kopf und man hat ja so unglaublich viel Platz zum arbeiten… Ein Traum sag ich euch.
Am Ende des Tages ist die Sache aber dann doch abgeschlossen und der Geruch ist verschwunden. Jetzt scheint alles dicht zu sein.

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