Es wird wohnlich

Ihr erinnert Euch, dass wir die Polster und Matratzen bestellt hatten?
Herr Bezigkofer von Schaico hat angerufen und ausgerichtet, dass alles fertig sei. Also haben wir Gustav fahrbereit gemacht und sind nach Dietzingen gefahren.

Ja, der Fahrerraum sieht noch ein wenig chaotisch aus. Aber solange die endgültigen Kabel noch nicht verbaut sind und die Verkleidung noch nicht mit dem abschließenden Finish versehen ist, macht es keinen Sinn, die Verkleidung vom Himmel wieder einzubauen.

Die Polster und Matratzen waren tatsächlich fertig.

Vorher sah es ja schon irgendwie wohnlich und gemütlich aus…

Aber schaut Euch das mal an. Möchte man da nicht gleich einziehen?

Wir sind total begeistert. Die Sitzpolster fühlen sich auch super an. Vielen Dank für die gute Arbeit, Fa. Schaico.

Jetzt wird allerdings deutlich, dass der Tisch doch ein wenig zu groß geraten ist. Wenn einer auf der Sitzbank sitzt und der Andere auf der anderen Seite Platz nehmen möchte, muss der Tisch jedes Mal verschoben und gedreht werden. Wir denken, wir werden ihn an der Seite absägen. Ein Fläschchen des passenden Öls für die Nachbehandlung hat uns die Fa. Spon-Holz freundlicherweise kostenlos geschickt.

Tischplatte, Arbeitsplatte und so …

Vor allem das „und so…“ hat es in sich. Aber lest selbst.

Eigentlich war uns von Anfang an klar, dass wir für die Tischplatte, die Arbeitsplatte und die Platte unter dem Holzofen eine Vollholzplatte haben wollten. Uns war nur nicht so ganz klar, aus welchem Holz und woher man Platten in diesen Größen bekommen kann.
Bei der Auswahl des Holzes gefiel uns entweder die Maserung nicht oder die Farbe traf nicht unseren Geschmack. Auch wollten wir wegen der Nachhaltigkeit ein einheimisches Holz. Der Öko Gedanke bei einem 14 Liter Hubraum Fahrzeug aus dem Jahr 1991 ist nicht von der Hand zu weisen….
Nach einiger Recherche im Internet trafen wir schließlich auf die Firma Spon-Holz in Bernau bei Berlin. Die beiden Brüder bieten wunderschöne Massivholzplatten in individuellem Zuschnitt an. Da schlugen unsere Herzen gleich viel schneller und auch noch im gleichen Takt!
Unsere Schätze sind aus massivem Eichenholz, aber mit Nussbaumöl behandelt. So haben wir eine beeindruckende Maserung und warmem Farbspiel.

Das Sahnehäubchen an diesem Anbieter ist, ob man eine glatte Schnittkante oder lieber verschieden ausgeprägte Baumkanten haben möchte. Wir haben uns für den Tisch und die Platte unter dem Holzofen für schlichte Baumkanten und für die Arbeitsplatte für eine geschwungene Baumkante entschieden. Die Hoffnung war: wenn wir es nicht schaffen sauber und gerade zu arbeiten, fällt es mit den natürlichen, unregelmäßigen Baumkanten kaum auf.
Astlöcher und Riße werden hier mit schwarz eingefärbtem Harz gefüllt und verleihen dem ganzen einen ganz eigenen Zauber.
Auf den Bildern kommt es gar nicht richtig raus, wie klasse das aussieht. Aber aufgepasst: Diese Platten haben ihr Gewicht!

Jetzt konnte endlich der Einbau des Kochfeldes folgen. Einfach mal schnell den Ausschnitt rein und fast fertig ist der Einbau. So kennt man es von der normalen Küche zuhause. Dies mag bei Platten aus Pressspan auch zutreffen. Nicht aber bei Eiche massiv. Hier einen Ausschnitt hinein zu bekommen, ist eine echte Harte-Männer-Arbeit. Die Stichsäge mit einem wirklich hochwertigem Blatt ist gleich mal in die Knie gegangen. Somit wurde am Ende der Ausschnitt mit der Flex erledigt.

Zum Glück haben wir uns nicht versägt und das Kochfeld passt perfekt. Solch ein wunderschönes Holz zu sägen ist eh mit viel Respekt und Überlegung behaftet.

Ist der Anblick nicht einfach einladend?!? Freude oh Freude auf die erste Küchenschlacht.

Gas
Jeder Gasverbraucher in einem Wohnmobil muss separat von der Gasversorgung leicht zugänglich getrennt werden können. Das schreibt das Gesetz vom ‚Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur‘ vor. Ach was wäre es sonst einfach! Also mussten wir das Gasrohr von unten durch den Boden der Kabine in den Spülenunterschrank legen und von dort wieder zurück zum Kochfeld. No problems, only solutions ist unsere Devise. Wo ein Wille ist, ist auch ein Rico.

Der untere Abgang geht zum Kochfeld, der obere zum Gas-Backofen. Aber Moment, wo ist denn der Backofen? Sonntag ohne Sonntagskuchen? Wo wären wir da??? Jaaaa, wir haben noch keinen. Ursprünglich war der über dem Kühlschrank geplant. In der Zwischenzeit haben wir uns aber entschlossen, es erst einmal mit einem elektrischen ‚Air Fryer‘ zu probieren. Der wird nun auf Herz und Nieren zuhause geprüft und erst wenn er das „Isi-Siegel“ erhält, wird er eingebaut. Somit ist der Arme noch in der Testphase.
Der Abgang zum Backofen ist deshalb mit einem Blindstopfen versehen.

Was wäre Camping ohne grillen? Wie ein Sonntag ohne Kuchen, Montag ohne schlechte Laune und eine Suppe ohne Salz. Somit muss die Gasleitung mit einem T-Stück getrennt werden zwischen Herd und Grill. Das findet unsichtbar nach dem Gastank unter der Wohnkabine statt. Die Leitung für den Grill wird durch einen Querträger des Hilfsrahmens geführt und ist so elegant gelöst.
Das Ende dieses Rohres findet sich nun im hinteren, rechten Staukasten und schließt auch hier wieder sauber mit einem Absperrhahn.

Der Knebel des Absperrhahns kann übrigens nur verdreht werden, wenn sich auch wirklich ein Gasschlauch zum Grill an dieser Armatur befindet. Wir haben es ja hier nicht mit Anfängern zum tun, hehe.

Jetzt aber zum ersten Test des Kochfeldes: Also, Haupthahn am Gastank öffnen und schauen, ob wir eine Flamme ans Kochfeld bekommen.

Wieder Trommelwirbel….
JA! Es funktioniert. Ein Träumchen….. Die Flammen brennen, lassen sich sauber regulieren, die Bimetalle schließen, wenn man die Flamme löscht und es scheint alles dicht zu sein und oh Wunder oh Wunder, man riecht kein Gas in der Kabine.
Gas, check. Oder doch nicht?
Was ist das? Hinter Gustav riecht es nach Gas. Die Hoffnung: Ach, das werden Reste sein, die entfleucht sind, als wir den Haupthahn geöffnet haben. Die Realität: Hm, das ist schon eine Weile her und es geht ein mittelstarker Wind. Der müsste doch das Gas längst weg getragen haben. Hmmmm.
Wir entschließen uns für einen Test und lassen alles, wie es ist. Der nächste Tag wird zeigen, ob alles in Ordnung ist. In der Ruhe liegt ja schließlich die Kraft.
Am nächsten Tag ist der Geruch immer noch da. Mist! Es muss also eine Undichtigkeit geben. Super! Im Innenraum ist von Gas absolut nichts zu riechen. Also muss es irgendwo am Tank oder am Anschluß für den Grill sein. Im Stauraum ist von Gas keine Spur. Die Armatur am Gastank oder das T-Stück für den Abzweig muss der Verursacher sein.
Mit Lecksuchspray versuchen wir der Sache auf den Grund zu gehen. Aber so viel wir auch einsprühen, ein Leck lässt sich nicht erkennen. Finde den Fehler ist doch immer die schönste Aufgabe. Bei einem Spaziergang mit unserem Hund trifft Rico zufällig einen Gas- Wasserinstallateur aus unserem Dorf und spricht ihn natürlich direkt darauf an. Wer kennt schon Feierabend oder Wochenende, wenn es um eine Herzensangelegenheit geht. Der Profi meint, wenn das Gas zu schnell abströmt, kann es sein, dass das Lecksuchspray weg geblasen wird bevor sich die Blasen bilden können, die das Leck anzeigen sollen.
Da hilft nur, alle Verschraubungen noch einmal zu lösen, zu kontrollieren, die Gewinde mit Gasdichtfett einzuschmieren und erneut zu schließen. Eine Arbeit, die NUR einen ganzen Nachmittag erfordern wird.

Leicht ist diese Aufgabe natürlich nicht. ALLE Verschraubungen für Gasleitungen müssen nun mit maximaler Kraft geschlossen werden. Der Tank sitzt hinten, unter dem Boden von Gustav. Also sitzt man „gemütlich“ auf den Pflastersteinen und arbeitet „entspannt“ über Kopf und man hat ja so unglaublich viel Platz zum arbeiten… Ein Traum sag ich euch.
Am Ende des Tages ist die Sache aber dann doch abgeschlossen und der Geruch ist verschwunden. Jetzt scheint alles dicht zu sein.

Airlineschienen

Haben wir schon erwähnt, wir haben eine sehr gute Beziehung zu unseren Paketboten. Wir wissen, wann sie im Urlaub sind, im Sommer versorgen wir sie mit Eis und zu Weihnachten gibt es natürlich Plätzchen. Warum wir so ein intensives Verhältnis haben? Tja, manchmal müssen sie uns große UND schwere Pakete bringen….. Wie in diesem Fall mal wieder: unsere Airlineschienen und „Sandbleche“ sind da! Jetzt bekommt Gustav seinen Werkzeuggürtel. Warum die Sandbleche in „“ sind, lest Ihr in diesem Beitrag.

Airlineschienen sind eine praktische Sache an vielen Stellen. Weil es viele Zubehörteile dafür gibt, die man individuell dort platzieren kann, wo man sie braucht, haben wir ein paar davon bestellt. Sie lassen sich auch sehr einfach auf das gewünschte Maß zuschneiden. Montiert werden sie genau so, wie die Aluleisten im Innenraum: Montagekleber auf die Rückseite und zum Verkleben mit Nieten sichern. Hier muss man genauer darauf achten, dass der Kleber auch die Löcher der Niete gut abdichtet, damit keine Feuchtigkeit eindringen kann.

Auf der Beifahrerseite finden sich gleich drei davon.
Die oberen werden die Befestigungen für das Sonnensegel aufnehmen.

Den Ring werden wir durch kräftige Schlüsselringe ersetzen. Damit können wir diese Dinger am Sonnensegel befestigen und verlieren sie nicht so leicht. Diesen Stein klickt man dann einfach in die Airlineschiene und fertig.
An die unter Schiene können wir irgend welche Teile hängen, wie Müllbehälter oder Wasserkanister oder was uns sonst noch so einfällt.

Kommen wir zu den „Sandblechen“.
Wer Sandbleche kennt, denkt an die langen, sperrigen und schweren Bleche mit Löchern, die durch ihre Ränder einen halbwegs guten Grip für die Reifen bieten. Die Bleche selber sind an den Seiten zur Stabilisierung oftmals mehr oder weniger gebördelt.
Für diejenigen, die total neu in diesem Metier sind, hier eine kurze Erklärung:
Hat man sich in weichem Untergrund wie Sand oder Matsch einmal festgefahren, bewaffnet sich die Besatzung mit Schaufeln und gräbt entweder vor oder hinter den Rädern ein Loch. Die Sandbleche werden dann in diesem Loch so gut wie möglich, fast unter die Räder gesteckt und sollen dem Reifen genügend Bodenhaftung bringen, dass man sich fahrend aus dem Schlamassel befreien kann.
Das war eine wirklich kurze und knappe Erklärung. Man könnte noch sehr viel länger über dieses Thema schreiben. Aber das lassen wir mal an dieser Stelle.
Auf unserer Suche nach den für uns passenden Sandblechen sind wir auf eine sehr interessante Alternative gestoßen. Sandbleche.de bietet Sandboards aus GFK. Diese sind deutlich leichter und platzsparender als die herkömmlichen Sandbleche und somit auch handlicher.

Mit Hilfe des spitz zulaufenden Endes soll es leichter sein, das Board unter den Reifen zu bekommen. Die Ober- und Unterseite ist mit einer unterschiedlich groben Körnung ausgestattet. Sollte ein solches Board nach dem Darüberfahren nach oben schlagen, hinterlässt es sicher auch weniger Beschädigungen am Fahrzeug, als die starren Bleche. Und derjenige, der die Boards dann wieder zum Auto schleppen darf, nachdem man frei gekommen ist, hat es durch das geringere Gewicht auch leichter.
Ob und wie sie sich in der Praxis bewähren, wird sich zeigen. Wir werden bei Zeiten berichten. Schick sieht sieht die überdimensionale Nagelfeile auf jeden Fall aus.
Auch hier haben wir zur Befestigung Airlineschienen verwendet. In die Schienen werden einfache Gewindesteine gesteckt und die Boards mit Schrauben mit Drehknauf einfach daran geschraubt.

Hier sind die Boards auch wieder praktisch, weil man sehr einfach Löcher dort hinein bohren kann, wo man sie braucht.
Eine der Befestigungsschrauben ist übrigens abschließbar, um es Langfingern ein wenig schwerer zu machen.

Von den Airlineschienen haben wir noch mehr. Aber die werdet Ihr in den Beiträgen sehen, wenn wir sie verbauen.

Der Kühlschrank und Kleinigkeiten

Im letzten Beitrag haben wir kurz den Kühlschrank erwähnt. Dieser ist inzwischen auch bei uns angekommen und will verbaut werden. Das Ding ist echt groß und steht in der Garage im Weg. Also, frisch ans Werk:

Die Frage nach dem richtigen Kühlschrank hat uns auch wieder einige Zeit gekostet.
Da gibt es so viele Möglichkeiten:
– Soll es ein gasbetriebener Kühlschrank sein oder einer mit 230V?
– Und wenn 230V wo soll der Kompressor hin? Bleibt er im Innenraum oder verbannen wir ihn nach draußen
– Nehmen wir einen aus dem Campingbereich oder einen für den normalen Haushalt?
– Was für ein Fassungsvermögen brauchen wir?
– Mit oder ohne Gefrierfach? Und wenn mit, integriert oder separat?
Es wurde ein 230V Kühlschrank von Severin mit einem separaten Gefrierfach. Wir erwarten, dass er die meiste Zeit ein wenig zu groß sein wird. Damit er dennoch einen guten Wirkungsgrad und wenig Stromverbrauch haben wird, werden wir den freien Raum entweder mit Styropor oder mit Getränkeflaschen auffüllen.
Ob wir die richtige Wahl getroffen haben, wird sich in Zukunft zeigen (wie so vieles).

Wie sichert man ein solches Monster damit es sich nicht während der Fahrt selbständig auf Erkundung durch den Wohnraum macht?
Er muss gegen Kippen zu den Seiten, gegen Kippen in den Wohnraum und nach hinten und gegen Verrutschen gesichert werden.
Fangen wir mit dem Kippen nach vorn und hinten an:

Aus Alu Flachmaterial haben wir Halter gebogen, die an der Wand und am Deckel des Kühlschranks verschraubt sind. Man kann sie leider auf den Bildern nicht besonders gut erkennen. Aber wenn Ihr auf die Bilder klickt, bekommt Ihr eine größere Ansicht. Dann wird es deutlicher.
Diese Halter sitzen recht gut und sollten vor allem den ersten Ruck verhindern. Für den Rest sorgen die Stabilisierungen zu den Seiten.

Hier kam Armaflex zum Einsatz. Es hat fast die perfekte Dicke, man kann es stauchen und es ist auf einer Seite selbstklebend. Die anderen Eigenschaften des Armaflex waren hier egal. Aber wir hatten es da 😉
Schnell mal insgesamt 8 Stücke zurecht geschnitten, an die Seiten des Kühlschranks geklebt und ihn in die Nische geschoben, fertig.
Am Boden haben wir hinten ein Alu L-Profil am Boden verschraubt.
Der Boden des Wohnraums bekommt sowieso noch eine weitere Schicht aus – das wissen wir noch nicht. Darauf kleben wir dann die Oberfläche des Fußbodens. Diese ‚wir-wissen-noch-nicht-woraus‘-Schicht werden wir so weit an den Kühlschrank verlegen, dass er sich dann auch nach vorn nicht mehr bewegen kann.
Wir haben aber schon die erste Fahrt gemacht und er steht wie eine Eins.
Ob er funktioniert und wie laut er ist, konnten wir noch nicht testen. Wir haben noch keine 230V in Gustav.

Ansonsten haben wir uns um einige andere Kleinigkeiten gekümmert. So hat jetzt der Unterschrank unter dem Waschtisch im Bad seine Tür.

Hier fehlen nur noch die Knebel, um die Tür geschlossen zu sichern.

Es ist schon wieder so viel passiert

Die Arbeiten an Gustav in den letzten Monaten verliefen ein wenig chaotisch. Es gibt unzählige Baustellen und die Auswahl durchaus breitgefächert. Es erinnert an einen Kinderwunsch, als Kind über Nacht in einem Spielzeugladen eingesperrt zu sein. Nun geht definitiv in Erfüllung! Aber nicht zu wissen mit was man zu Erst weitermachen soll, dann doch definitiv ein großes Übel. So haben wir uns also durchgewuselt.

Womit fangen wir also an, zu schreiben. Nachdem wir in den letzten Beiträgen so viel über den Wohnraum und den Außenbereich geschrieben haben, machen wir doch mal mit dem Schlafzimmer weiter und lüften ein weiteres Zimmer.
Wenn Ihr Euch vielleicht an die Pläne erinnern könnt, soll auf der Beifahrerseite ein Schrank entstehen. Dieser Schrank besteht eigentlich nur aus „Stehern“, zwischen denen Aluschienen verlaufen.
Natürlich musste zunächst wieder alles angezeichnet werden.

Auf dem Bild sieht man zwar die angezeichneten Punkte und Striche nicht so gut. Das sie wirklich da sind, müsst Ihr uns einfach glauben 😉

Im Anschluß mussten wieder viele Löcher gebohrt werden denn die Steher sind alle mit Winkeln an der Rückwand, der Außenwand, an der Decke und am Boden vom Schrank verschraubt und verklebt. Schließlich soll der Inhalt nach einer Fahrt in unwegsamem Gelände nicht über das Bett verstreut sein.

Diese Arbeit hat Rico‘s Rücken sicher nicht besonders gut getan aber seine Beweglichkeit deutlich gesteigert. Der Platz hier ist extrem beengt und oft musste mit langem Arm gearbeitet werden, um an die vielen Schrauben heran zu kommen. Auch das warme Sommerwetter, dass schon anfing, sich zu zeigen, hat die Arbeit nicht unbedingt angenehmer gemacht. Es sieht zwar nach wenig Arbeit aus. Aber alleine die Steher aufzustellen, hat etwa drei Tage in Anspruch genommen.

Was ist aber ein Schrank ohne Türen? Vier an der Zahl mussten mit jeweils zwei Scharnieren ihre Plätze finden.
Die Arbeit hat sich aber gelohnt. Die Türen sehen toll aus und wir mussten an den Scharnieren sehr wenig einstellen.

Unter den Türen wird noch eine Leiste hinzu kommen. Die muß aber noch ihre Farbe bekommen.

Auf der gegenüber liegenden Seite haben wir eine Ablage über die gesamte Länge des Bettes montiert. Die größte Herausforderung hierbei war das Ausrichten. Holz ist ein lebendes Material und somit hatte sich die Ablage, als wir sie einbauen wollten, ein wenig verzogen. Aber mit guten Schrauben und ein wenig sanfter Gewalt gab sie schließlich auf.

Das Brett, das auf dem Bild mit einer Teleskopstange fixiert ist, hat uns auch noch einmal Kopfzerbrechen bereitet. Unsere Pläne waren wirklich bisher alle ziemlich gut durchdacht. Aber als wir dieses Brett anbringen wollten, viel uns auf, dass wir gar keine Befestigung dafür geplant hatten. Die altbekannten „Siemens Lufthaken“ hätten das Problem gelöst. Aber …
Also haben wir es kurzerhand mit Konstruktionskleber an einigen Stellen mit dem Heizkörper verklebt. Später werden hier sowieso die Matratzen für zusätzlichen Halt sorgen.

Apropos Matratzen. Inzwischen waren wir bei der Firma Schaico in Dietzingen (quasi gleich um die Ecke) und haben Matratzen und die Polster für die Sitzgruppe bestellt. Wir hatten bei den Polstern zunächst daran gedacht, sie selber zu erstellen. Da aber der Hersteller der Matratzen diese auch anbietet, haben wir uns für eine fertige Maßlösung entschieden.

Damit die Matratzen nicht auf dem Boden des Bettbereichs liegen und gut unterlüftet werden können, muss ein Unterbau verlegt werden. Wir haben uns hier für das System von Froli entschieden. Es hat sehr gute Federeigenschaften, lässt sich individuell einstellen und einfach verlegen. In unserem alten Wohnmobil hat es sich bewährt.

Die grauen Kreuze werden einfach ausgelegt und mit einander durch kräftigen Druck verbunden. Danach werden die blauen Teile einfach aufgesetzt und zur Verriegelung gedreht.
Auf der Seite unter dem Fenster verläuft ein Rohr zur Heizung. Damit die Matratze nicht zu viel Wärme ab bekommt und damit Feuchtigkeit durch Kondensation zwischen Außenwand und der Matratze verhindert wird, kommt hier Armaflex zum Einsatz.

Nun können die Matratzen kommen.

TÜV

Heiliges Blechle, Gustav ist inzwischen schon 31 Jahre alt! Nun reisen wir mal zeitlich ins idyllische Jahr 1991: Abgasnorm? Was ist das?!? Merkt Ihr schon unsere neuste Sorge? Sollte sich die Politik eines Tages entschließen, die Neuzulassung von Fahrzeugen unterhalb einer gegebenen Emissionsklasse zu untersagen, hätten wir ein Problem. Also, nichts wie ran, bevor es die Grünen riechen können.

Der große Tag für Gustavs (vielleicht auch eher Rico´s) erste harte Prüfung in unseren Händen, war 04.04.2022. Da soll er einem freundlicher Mitarbeiter vom TÜV vorgestellt werden, der hoffentlich sein: Go gibt. Puh, an was man dann alles denken muss:
Blaulichter abgeklemmt und abgedeckt. Check. Außenstaukästen als seitlichen Unterfahrschutz montiert. Check. Eine Koch-, Sitz- und eine Schlafgelegenheit herstellen. Check. Wenn es nur so schnell voran gegangen wäre, wie getippt…
Die Frontblitzer waren zum Glück ein Klacks. Tricky wurde es dann mit den Blaulichter auf dem Dach. Damit wir auch jeden noch so versteckten Winkel von Gustav kennen lernen, mußte dafür der Himmel im Fahrerhaus ausgebaut werden. Die Bilder dazu folgen in einem späteren Beitrag, wenn es an die Umbauten dort geht.

Zusammen mit unserem jüngsten in der Familie, Tristan; der hart für seine Kost und Logie hier arbeiten muß; konnten wir an einem schönen, warmen Tag die Staukästen außen anbringen. Sieht er damit nicht schick aus?

Zugegeben, die Mülltonnen stören die Optik ein wenig. Aber Männer haben es ja nicht so mit Feinheiten und Rico war, wie man ihn eben kennt, schrecklich aufgeregt und stolz. Aber das darf man bei dem Werk auch sein.
Die Kästen sind eine Maßanfertigung aus dem Hause Edelstahlhaus GmbH. Sie bestehen aus 3mm feinstem Aluminium und hinterließen Rico schlaflose Nächte. Halten sie größeren Belastungen auch wirklich stand? Aber Rico hat ja zum Glück manchmal gute Ideen und sie mit 25mm Aluminium- Vierkantrohr längs verstärkt. Die Radkästen werden später noch mit Blech ausgekleidet werden. Aber für den TÜV reicht es erstmal so.

Im Wohnraum wurde auf die Schnelle eine Arbeitsplatte für die Küche gesägt und ein Induktions-Kochfeld darauf verschraubt. Spartanischer wäre nur noch ein Campinggaskocher mit Saugnäpfen gewesen. Spaß bei Seite, die Idee hat viel Zeit gespart und es geht ja nur um die Lizenz zum Fahren. Für unsere 5 Sterne Küche brauchen wir viel mehr Zeit. Ganz viel Zeit. Schließlich muß Frau sich daran auch wohl fühlen. Riecht Ihr schon das nächste Problem?

Plan ist bis jetzt noch, das Kochfeld durch ein 4-Flammen Gasherd zu ersetzt und der Backofen wird wahrscheinlich ein freistehender Airfryer.

Die Sitz- und Schlafgelegenheiten waren schon mal grob fertig. Natürlich weit entfernt von ergonomisch, gemütlich und komfortabel, geschweige denn benutzbar, aber gut genug für den Herrn vom TÜV.

Ricos Arbeitseifer war mal wieder auf Höhe der Stratosphäre und die Vorbereitungen somit schneller erledigt, als wir gedacht hatten, oder ihm recht war und somit wurde fleißig, fleißig an anderen Stellen weiter getüftelt.
Das Podest war nun auf der Tagesordnung. Wird alles so passen wie vermessen und geschnitten? Da waren sie wieder: die schlaflosen Nächte und Hufscharen von Ricos Arbeitswahn.

Also Orientierungspunkt für alle anderen Teile des Unterbaus fand zuerst der massive Klotz für den Tischfuss seine Position. Danach haben wir die Quer- und Längsstreben mit dem Boden und den Sitzbänken verschraubt. Irgendwie muss sich Rico bei der Herstellung des Klotzes etwas vermessen haben, denn er ist zu groß. Was Freud wohl dazu gesagt hätte? Innovatives arbeiten folgte daraufhin. Das liegt Rico ja am meisten. Also mussten alle anderen Teile etwas zurecht gestutzt werden. Wir hätten auch den dicken Klotz in Form bringen können. Aber das wäre sehr viel mehr Aufwand gewesen.
Danach haben wir die Deckel angepasst und auf den Unterseiten mit Leisten versehen damit sie nicht verrutschen können.

Weil aber die Maße nun auch nicht mehr passten, waren die Deckel für den mittleren Teil zu schmal. Das nächste Drama bahnte sich an. Somit musste für diese Deckel wieder Holz gesägt und gestrichen werden. Unsere Nachbarn mögen Rico und die Säge sehr.
Nun aber: Passt, sitzt, wackelt und hat Luft.

Wer dachte die Sache mit dem TÜV wäre nur ein kleiner Ausflug, kennt unser Spezialbaby Gustav nicht.
Aber eins nach dem anderen. Von Benny bekamen wir wieder die Überführungskennzeichen und am Montag Vormittag durfte Gustav mal wieder Autobahnluft schnuppern. 2,5 Stunden dröhnte er stolz in Richtung Giengen. Der Durchgang zum Fahrerhaus ist noch immer nicht geschlossen und so macht er noch ziemlichen Krach während der Fahrt. Aber für Rico war das Musik in den Ohren und besser konnte eine Woche doch nicht beginnen.
Fotoshooting beim TÜV fiel leider aus. Die Aufregung war zu groß. Technische Abnahme und die AU bestand Gustav mit Bravour. Anders verhielt es sich jedoch bei den bürokratischen Fragen. Der TÜV konnte die Fahrgestellnummer nirgends in der Datenbank finden. Also konnten die Papiere noch nicht endgültig für eine Zulassung fertig gestellt werden.
Wo liegt das Problem? Gustav ist bei Mercedes-Benz als 1225 vom Band gelaufen. In der Schweiz wurde er dann zum 1428AF umgebaut. Da Feuerwehrfahrzeuge in der Schweiz lediglich als Arbeitsmaschinen gelten, gab es nie eine Straßenzulassung als Fahrzeug, wie wir sie in Deutschland kennen. Was war das Leben doch 1991 einfach.
Inzwischen haben wir unzählige Telefonate geführt, Emails geschrieben und das Internet nach Dokumenten durchforstet. Aktuell scheint es aber, als stünden wir kurz vor der Erteilung der deutschen Straßenzulassung. Eine Doktorarbeit wäre wirklich leichter zu erreichen.

Während der Fahrt zum TÜV hatte sich eine Schublade in der Küche selbständig gemacht. Gustav gibt zu verstehen, das ist eure nächste Aufgabe.
Was macht man an einem verregneten Tag? Auf der Couch liegen, ein Buch lesen und Kakao trinken? Nicht wer so ein Projekt vor der Türe stehen hat. Im Keller warten schon die Fronten für die Schubladen der Küche und die Halterungen sind auch schon daran geschraubt. Könnte also fix gehen. Natürlich haben wir uns sehr genau an die Maße des Herstellers gehalten. Ergebnis: Sie passten nicht. Komisch, komisch. Nun gibt es dafür zwei mögliche Gründe: 1. Der Hersteller hat sich verrechnet oder 2. Rico hatte bei der Bestellung falsche Angaben gemacht. Welche Möglichkeit ist wahrscheinlicher?! Frau sagt besser nix.
Nach vielem hin- und her messen und einigen Zügen mit dem Handhobel und liebevoll gefluchten Wörtern die leise vor sich hingesagt wurden, die in keinem Duden zu finden sind, haben wir es aber hinbekommen. Die Fronten sitzen und die Schubladen laufen wie ein heißes Messer durch Butter.

Und bevor nun wieder Kommentare bzgl. der Farben kommen… Wartet erstmal ab bis es fertig ist.

Eine dunklere Arbeitsplatte und ein klassischer Gasherd werden das ganze noch abrunden. Aber alles zu seiner Zeit und wir werden natürlich davon berichten.

Jetzt kommt Spannung

Ui, ist es wirklich schon wieder so lange her, dass wir hier etwas geschrieben haben? Aber wenn Rico in seinem Arbeitsflow ist, dann vergisst er eben Raum und Zeit. Seid also gespannt, es hat sich einiges getan.

Nachdem die Sitzgruppe nun so weit fortgeschritten ist, dass man eine vermuten könnte, haben wir uns mal wieder dem Thema Technik gewidmet. Da schlägt Ricos Herz eben am höchsten.

Die Wassertanks sind zwar schön, nützen aber ohne Leitungen gar nichts. Bevor es also in Gustavs Sprache: Wasser marsch heißt, schnell mal Schläuche basteln und anbringen.

Links sieht man die Leitung, die zur Druckpumpe führt. Gustav besitzt den Luxus, dass wir variieren können, aus welchem der beiden Tanks wir Wasser entnehmen. Dies ist durch eine Intelligente Lösung mit einem Kugelventil in der Leitung möglich. So viel Luxus haben wir zuhause nicht. Vielleicht bekommt Isi ihn noch dazu überredet, einen Tank mit Wein statt Wasser zu befüllen. Wäre das nicht einfach genial und praktisch? Schauen wir mal.
Der dicke Schlauch, der über den Tank läuft, ist die Leitung zum Befüllen des Tanks. Dieser Schlauch führt durch die Sitzbank in die Heckgarage. Dort wird er später mit einem Bajonettanschluß versehen werden.
Das gelbe Ding oben rechts in der Ecke ist der Anschluß für die Entlüftung bzw. der Überlauf.

Er führt durch den Boden nach draußen. Die Gefahr das Kleinstiere unser Wasser für ein Wellenbad nutzen ist leider gegeben. Wer uns kennt, weiß das wir Tiere lieben, aber auch die Tierliebe hat Grenzen.
Als Lösung haben wir uns für Schutzsiebe entschieden. Diese werden normalerweise in den Saugleitungen von Teichpumpen verwendet.

Diese Dinger haben ein Rückschlagventil, damit die Leitung zur Teichpumpe nicht leer laufen kann und die Pumpe gleich Wasser zur Verfügung hat wenn sie anläuft. Bei uns muss die Flußrichtung aber genau anders herum sein. Darum musste das Ventil entfernt werden. Mit ein bisschen Gewalt am Schraubstock war das aber kein Problem. Genau Rico’s Ding also.

Das Thema Wasser ist nun also soweit vorbereitet, dass nur noch die Armatur und die Bajonettanschlüsse in der Heckgarage angeschlossen werden müssen. Wenn da nicht noch eine Wand fehlen würde. Ach, es braucht ja so viel Geduld. Erstrecht, wenn man so aufgeregt ist wie Rico, der alles am liebsten gleich erledigen möchte.

Jetzt konnte es endlich mit dem Lieblingsthema für Rico losgehen: Elektrik

Gerne würden wir mit dem Laden der Batterien beginnen. Aber halt! Bei dem gemütlichen gebrumme und geschaukle während der Fahrt würden die Batterien ohne Fixierung glatt auf Wanderschaft gehen und wer hat schon Lust ständig Batterien mit einem Eigengewicht von 20Kg nach jeder Fahrt wieder aufzuräumen? Also wieder die grauen Zellen anregen und eine Lösung finden. So ist die Auswahl auf Alu-Winkel, die am Boden verschraubt werden, entstanden, um unsere Energieklötze an Ort und Stelle zu halten wie ein gut sitzender Sport BH. Sie bilden einen Rahmen, in dem die Batterien stehen und bleiben wo sie sollen. Sollten sie aber Energie aufbauen und höhenwahnsinnig werden und gar das Fliegen versuchen, werden sie sicher durch einen Spanngurt daran gehindert.
Die Solarpanele sind hungrig auf dem Dach montiert und warten darauf, endlich ihre Arbeit beginnen zu können. Nun gilt es einen Platz für die Laderegler zu finden.

Hm, die Winkel sind auf diesem Bild noch gar nicht montiert. Das kam dann wohl erst später. Raum und Zeit verschwinden im mystischen Gustav.
Über den Batterien sieht man das Batteriemanagementsystem, kurz BMS. Obwohl es so klein ist, hat es einige enorm wichtige Aufgaben. Es überwacht die Batterien. Wenn die Batterien eine Überspannung melden oder ihnen zu kalt werden sollte, unterbindet es die weitere Ladung. Melden die Batterien eine Unterspannung, trennt es alle Verbraucher und verhindert so eine weitere Entladung. Außerdem sorgt es dafür, dass alle Batterien immer ausgeglichen geladen sind. Bei Lithiumbatterien – und das betrifft auch Lithium-Eisen-Phosphat, kurz LiFePo4 Batterien – ist dies sehr wichtig.

Auf kleinen Brettchen rechts und links der Batterien sind die groben Verteilungen für Plus und Minus verschraubt.

Das linke Bild zeigt die Minus-Seite mit dem Hauptschalter und dem Meßshunt.
Auf dem rechten Bild sieht man die Plus-Verteilung. Sie ist grob, denn die Unterverteilung geschieht an einer anderen Stelle.
Rechts sind die Sicherungshalter für die verschiedenen Ladegeräte zu sehen. Multitask Gustav kann so über drei verschiedene Arten die Batterien laden: Solar, Lichtmaschine und über Landstrom. Nobel, nobel dat Kerlchen. Da jedes Ladegerät seine eigene Sicherung braucht, kommen so 5 Sicherungen zusammen. Hört Ihr Rico’s Herz auch schlagen?
Die beiden länglichen blauen Kästen sind BatteryProtects. Einer schaltet den Eingang und einer den Ausgang. Diese beiden Kästen werden bei Bedarf vom BMS angewiesen, die Verbindung zu den Batterien zu trennen (s.o.).

Normalerweise werden die Batterien untereinander mit Kabeln verbunden. Uns war aber die Handhabung der dicken Kabel zu mühsam. Darum haben wir uns Kupferschienen besorgt. Auch für die kurzen Verbindungen zum Hauptschalter und von dort zum Shunt haben wir die verwendet.

Der Meßshunt dient übrigens zur Messung wie viele ‘Stromlinge‘ in die und aus den Batterien gewandert sind. Das Ergebnis der Messung können wir dann am Batteriecomputer ablesen. Der ist auch mit Bluetooth ausgestattet. So können wir sogar auf dem Handy nachsehen, wie der Ladezustand unserer Batterien ist. So viel Hightech lässt sich von aussen kaum vermuten.

Da das Fahrgestell von Gustav mit 24V arbeitet, wie es sich für einen LKW gehört, wir aber im Wohnraum mit 12V hantieren, brauchen wir 24V/12V Ladegeräte, die die Spannung von der Lichtmaschine für unsere Batterien verträglich machen.

Hier sind auch schon eine Menge anderer Kabel verbunden. Sie alle zu erklären würde vermutlich den Rahmen dieses Beitrags sprengen.
Unten links in der Ecke ist das Ladegerät für unseren Gustav zu sehen. Denn nicht nur er kann unsere Batterien laden. Es geht auch anders herum. Wenn der Solarertrag hoch genug ist, schaltet der Batteriecomputer dieses Ladegerät ein. So werden die Fahrzeugbatterien auch von der Sonne geladen.
Noch sieht es ein wenig unordentlich aus. Das wird sich aber noch ändern. Die Jungfrau in Rico wird es schon handeln.

Nun hätten wir also Strom durch die Sonne und durch die Lichtmaschine. Fehlt noch der Landanschluß.

Da wir Sonnenanbeter sind gehen wir davon aus, dass wir nur selten Strom von außen brauchen werden. Darum ist der Anschluß außen auch eher etwas schwieriger zu erreichen. Das Kabel kommt durch den Boden unter dem Podest der Sitzgruppe und führt zu den beiden Ladegeräten. Die müssen wir dann von Hand einschalten. Mal das eine, mal das andere. Bei so viel Technik darf auch ein wenig Handarbeit nicht fehlen.

Die Eingänge wären nun erledigt. Kommen wir also zu den Ausgängen.

Vom ‚BatterieProtect out‘ verläuft ein dickeres Kabel zu einem Verteiler (unten im rechten Bild). Dort werden einige Verbraucher angeschlossen, die ihre eigene Sicherung mitbringen, wie z.B. die Heizung.
Darüber liegt die Unterverteilung für alle anderen Verbraucher wie Licht, USB-Steckdosen, etc. Diese Unterverteilung wird erst nach und nach wachsen.

Im Augenblick gleicht das Kabelgewirr wirklich noch einem Chaos. Nun Ordnung braucht ja auch nur der Dumme, das Genie beherrscht das Chaos. Seid Euch sicher, Rico richtet auch das.

Der gemütliche Teil

Es ist in den letzten Wochen schon wieder einiges voran gegangen. So haben wir uns um die Sitzgruppe gekümmert.
Den Unterbau mit den darunter laufenden Leitungen konnte man im letzten Beitrag schon sehen. Auf diesen Unterbau haben wir den Boden montiert und die Heizung verkleidet.

Wundert Ihr Euch, warum wir hier mal die linke und mal die rechte Sitzbank zeigen? Das liegt daran, dass Rico vor lauter Tatendrang vergessen hat, Bilder zu machen als wir die Bank auf der Fahrerseite gebaut haben.

Auf dem Bild oben sieht man ein großes Loch. Dieses Loch ist für die Entleerung unserer Wassertanks. Die Tanks sind unten mit einem Rohr ausgestattet, das mit einer Schraubkappe verschlossen ist. Von außen kann man diese Kappe entfernen und so die Tanks komplett leeren. In dem Rohr endet aber auch die Saugleitung, durch die das Wasser entnommen wird. So können wir fast bis auf den letzten Tropfen das Wasser benutzen.

Es ist ein Spaß, solch große Löcher in einen 10cm dicken Boden, bestehend aus GFK, Holz und PET zu schneiden. In den folgenden Bildern zeigen wir Euch mal, wie wir das gemacht haben:

Im ersten Schritt haben wir mit einer Lochsäge mit 110mm Durchmesser so tief gesägt, wir die Tiefe der Säge es zuließ. Dann haben wir mit einem Schraubendreher die GFK-Schicht heraus gebrochen . Mit einer Stichsäge wurde der Kreis dann in handliche Teile geschnitten. Diese ließen sich dann mit ein wenig Hebeln recht leicht heraus nehmen. Im letzten Schritt kam dann wieder die Lochsäge zum Einsatz um bis nach außen durch zu bohren.
Wie man sehen kann, ist es eine ziemliche Sauerei. Aber wo gesägt wird, fallen eben auch Späne.
Mit dem Ergebnis sind wir zufrieden:

Dann ging es mit der Rückwand der Sitzbank weiter. Hierzu haben wir Abstandshalter an die Wand geklebt, auf die die beiden Teile der Rückwand geschraubt wurden. Im unteren Teil der Rückwand verjüngt sich der Abstand zwischen der Wand des Aufbaus und der Rückwand der Sitzbank. Der obere Teil verläuft parallel zur Rückwand.
Die Verjüngung ist wichtig für einen möglichst effektive Heizleistung. Hierdurch wird eine Art Kamineffekt erzielt.

Um noch an die Entlüftung der Heizung zu kommen, hat die Rückwand einen Ausschnitt. Da kommt noch eine Klappe davor.

Nun durfte der erste Wassertank „probesitzen“:

Spannend war dabei vor allem, ob das Loch im Boden an der richtigen Stelle saß. Wir hatten Glück ;-).
Hier sieht man auch schon den Schlauch mit Kugelhahn, der zur Pumpe führt.

Nun bringt so ein Tank gut und gerne ca. 430 kg Gewicht auf die Waage. Bei einer starken Bremsung oder im Gelände sollten er sich also möglichst nicht auf die Reise durchs gesamte Auto machen. Unsere Tanks sind deshalb nach allen Seiten eingekeilt.
In Richtung Außenwand liegen sie unten an der Verkleidung der Heizung an.
Nach vorn werden sie durch Leisten oben und unten gegen die Wand der Sitzbank gehalten.

In Richtung Innenraum hält sie ebenfalls eine Leiste am Boden der jeweiligen Sitzbank in Position.

Gegen die wahnsinnigen Beschleunigungskräfte, die auftreten können, wenn wir bei der Fahrt aufs Gaspedal treten (Sarkasmus aus) werden die Tanks durch eine Trennwand in der Sitzbank gehalten.
Selbst nach oben auf den Tanks haben wir eine Leiste eingebaut. Dies aber auch, weil sich sonst die Deckel der Sitzbänke zu sehr durchgebogen haben. (Rico ist eben nicht der leichteste Vertreter seiner Gattung).

Jetzt durften endlich auch die Seiten zum Wohnraum an ihren Platz

Die Deckel liegen erst einmal nur auf. Es gibt noch viele Arbeiten innerhalb der Sitzbänke, bei denen sie im Weg wären.
Fragt sich vielleicht jemand, was das für ein Ausschnitt in der Sitzbank auf der Fahrerseite ist? Das ist der Eingang zur Hundehöhle. Ja, richtig gelesen: Wir haben eine Hundhütte im Auto.

Übrigens war es in den Tagen, an denen wir diese Arbeiten erledigt haben, bitterkalt. Darum haben wir auch die Heizung in Gang gebracht. Die Temperatur lässt sich jetzt bequem über einen Raumthermostaten regeln.

Das funktioniert wunderbar und die Heizung schafft es in kurzer Zeit, eine unglaubliche Hitze in den Raum zu bringen.

Unter den Kulissen

Ordnung muß sein. Jede Maus, die sich jemals in unseren Gustav verlaufen würde, könnte sehen, wie sauber auch unter den Schränken, Böden und (späteren) Sitzbänken Kabel und Leitungen verlegt wurden. Dabei sprechen wir über die Heizungsleitungen, Strom (230 und 12 Volt), Warm- und Kaltwasserleitungen und Abflussrohre.

Nur ein Genie genießt das Chaos

Hier fließen von links nach rechts: Heizungsvorlauf, Heizungsrücklauf, Abwasser Waschbecken Bad, Wasserleitungen für Warm- und Kaltwasser, 230 Volt für den Boiler und den Kühlschrank, Leerrohr für 12 Volt und nochmal 230 Volt Leitungen für alle Steckdosen im Bad. Alles vornehm versteckt unter der Duschtasse.

Folgt man diesen Leitungen, verlaufen sie unter der Toilette weiter Richtung Küche.

Unterhalb der Schubladenkonstruktion in der Küche

Weiter Richtung Sitzgruppe in Spe

Um eine ordentliche Zirkulation der Luft im Wohnraum zu gewährleisten, hat sich Rico die Mühe gemacht „Steher“ zu basteln. Sie halten den Abstand der Sitzgruppe zum Boden, um kalte Luftzufuhr zu den Konvektoren zu gewährleisten, die dann erwärmt hinter der Rückenlehne aufsteigen kann. Unser Käpsele hat dadurch auch die Möglichkeit gefunden, dass die Leitungen sicher unter den Lasten der Sitzgruppe, Richtung dem elektrischen Herzen von Gustav, liegen können: Die Schaltzentrale.

Viele Knöpfe und Schalter für den Piloten in Rente

Jedes technikaffine Herz schlägt da im Doppeltakt. Verbaut sind die Sicherungsautomaten für 12V und 230V, Monitor für unseren Stromverbrauch, Wasserstandsanzeige für die Frischwassertanks und Heizungskontrollgerät. Upgrade für Steckdosen USB und 230 Volt folgen. Aber man muß ja Prioritäten setzen und Rico ist ja so unglaublich ungeduldig.

Wo Rico seine Frau am liebsten sieht

Wie gestaltet Mann eine Küche, damit Frau sich darin richtig wohl fühlt?

Tja, da ist der junge Robin schon ein Experte… Schnell erkannte er, dass ein Platz, den
wir bisher noch nicht verplant hatten, ein perfekter Stauraum für Weinflaschen werden kann. Lieber Robin, das erste Glas geht auf Dich.

Puhh, erstes Ziel erreicht: die Frau geht schon mal gern in die Küche. Und was hat Rico dafür geschwitzt. Viele, viele Stunden sind ins Land gegangen, bis alle Böden möglichst unsichtbar, aber sicher verschraubt waren. Die jahrelange Erfahrung im Modellbau macht sich hier bezahlt.

Aber was nützt einem eine Küche, ohne Stauraum für alle Utensilien?

Keine Schwäche zeigen und auf in den Kampf der Schubladen. Ob genau gearbeitet oder dahin geschludert kristallisiert sich, wenn die Schubladen zwischen die Seitenwände passen.

Akribisch und mit Schreinerwinkeln bewaffnet, geht Rico vor und befestigt die Korpuswände erst an den Boden und dann an die Seitenwand der Kabine. Was war das Kerlchen aufgeregt, ob die Schubladen auch wirklich reinpassen…. Aber wie es sich für unseren großen Denker und Planer gehört, flutschten diese wie geschmiert und nichts hakte und klemmte. Das Bild folgt, da der große Moment der Farben noch kommt.

Die Hängeschränke bekommen nun auch ihre Scharniere. Es wäre keine richtige Männersache, wenn diese natürlich nicht überdimensioniert und total übertrieben wären. Bei der Firma Blum hat sich Rico für das Modell der Oberklasse entschieden, das unzählige Einstellungsmöglichkeiten bietet, wie z. B. Öffnungswinkel, Gewicht der Front und Positionierung der Front.