Gerade gestern erreichten uns neue Bilder. Die Kabine ist nun fertig lackiert und die Übergänge an den Fenstern und den großen Alu-Winkeln sind verfugt.
Wir finden es jedenfalls absolut klasse.
Als Rico folgendes Bild näher angesehen hat, ist ihm allerdings kurz das Herz in die Hose gerutscht. Die Frage, die er sich stellte war, warum er durch das Fenster hindurch nach draußen in den Hof schauen konnte. Da müsste doch eigentlich eine Wand dazwischen sein…
Das war natürlich nur eine Täuschung. Die Fenster sind von außen verspiegelt 😉
Die Hochzeit am Dienstag ist nun noch um einen Tag auf Mittwoch verschoben worden. So haben die Männer von frm-technik es leichter, das Bullauge und die Dachreeling zu montieren.
Ob der Türgriff vielleicht doch zu hoch für Isotta angebracht ist? Wenn alle Stricke reißen, brauchen wir eben eine neue Tür. Viel interessanter ist aber die Hoffnung darauf, dass wir uns bei Isottas Motorrad nicht in der Höhe vermessen haben.
Benny meinte dazu, dann müsse sie sich eben ein neues Motorrad kaufen. Eine Honda Monkey, z.B. Isotta wäre vermutlich nur mäßig begeistert.
Das sind jetzt wohl die letzten Bilder bevor der große Tag der Hochzeit kommt. Wir sind schon extrem gespannt. Ob alles passt? Wie mag Gustav dann wohl aussehen? Auf jeden Fall gibt es noch jede Menge zu besprechen. Es bleibt spannend!
Inzwischen wurde auch die Kabine weiter gebaut. Die vordere Wand fehlte ja bei Ricos Besuch noch.
Die Innenwände und der Bereich für Bett und Kleiderschrank wurden eingeklebt.
Anschließend wurden die Wände oben mit Kleber versehen, damit das Dach aufgesetzt werden konnte.
Schließlich schwebte das Dach, getragen von kräftigen Saugnäpfen, heran und wurde auf die Seitenwände gesetzt.
Damit alles schön dicht ist und die ganze Konstruktion noch etwas mehr Steifigkeit erhält, wurden sämtliche Kanten mit Aluminiumwinkeln verklebt. Hier mal ein paar Bilder dazu…
An dieser Stelle wurde der weitere Bau stark gebremst. Die Kabine sollte lackiert werden. Das ging aber erst, nachdem die Fensterrahmen eingeklebt waren. Doch das sollte leider noch auf sich warten lassen. Der Hersteller der Fenster hatte zunächst seinen anberaumten Liefertermin nicht eingehalten und teilte dann zu allem Überfluss mit, dass sie den Betrieb wegen eines Corona-Ausbruchs vorübergehen schließen müssten.
Die Zeit blieb jedoch nicht ungenutzt. Auf dem Dach konnte weiter gearbeitet werden. Hier wurden zunächst die Halter für die Solarpanel verklebt. Wir hatten uns für 6 Platten à 250Wp von Panasonic entschieden.
Auf jeder Seite werden jeweils drei Panel hintereinander montiert. Diese werden außen mit Klavierbandscharnieren gelagert. Auf diese Weise kann man sie zur Seite hoch klappen um unter ihnen mal sauber zu machen. Außerdem können wir damit bei ungünstigem Sonnenstand vor allem im Winter zumindest eine Seite zur Sonne hin aufstellen und hoffen dadurch einen besseren Solarertrag zu bekommen. Zwischen die Panels in die Mitte des Daches wird ein Ausleger montiert, der uns als Kran für das Reserverad und Ricos Motorrad dienen wird. Nach diesen Vorarbeiten konnte zumindest das Dach schon einmal lackiert werden.
Am 19.04. schrieb Benny überraschend, dass er die Fenster geholt hätte und es nun an die Lackierung der restlichen Kabine gehen könne.
Der erste Schreck war groß, als wir dieses Bild von ihm erhielten. Dazu schrieb er auch noch: „Passt das so mit dem Rot? Schaut ganz schön rosa aus.“ Aber dies war natürlich nur die Grundierung.
Schon besser!
Einige Tage später wurde dann alles noch einmal abgeklebt und die Alu-Winkel bekamen ihre Farbe.
Das ist der aktuelle Stand vom 19. Mai 2021. Am 25. Mai wird die Hochzeit stattfinden. Das heißt, die Kabine wird auf Gustav aufgesetzt. Wir sind gespannt…
Es wird viel darüber diskutiert, ob man nun einen Durchstieg vom Fahrerhaus in die Wohnkabine braucht oder nicht. Dennoch weisen die meisten Fahrzeuge einen solchen Durchstieg auf. Wir haben uns natürlich auch dafür entschieden. Die Vorteile liegen für uns auf der Hand. Nehmen wir an, es regnet Hunde und Katzen wenn man auf dem Parkplatz ankommen. Da möchte man doch nicht erst durch den Matsch stapfen und plitschnass werden, bevor man es sich in der wohligen Wärme gemütlich machen kann. So einfach ist der Einstieg in unsere Wohnkabine ohnehin nicht. Da muss erst einmal die Plattform unter der Tür heraus gezogen werden und die Leiter muss eingehängt werden. Bis dahin wären die Klamotten unter Umständen schon durchnässt. Einen weiteren Vorteil finden wir z.B. wenn wir mal im Stau stehen. Da kann einer von uns mal eben nach hinten krabbeln und etwas zu knabbern oder zu trinken holen. Auch wenn man mal etwas im Fahrerhaus vergessen hat, braucht man dank eines Durchstiegs nicht erst ganz außen herum zu laufen. Für viele ist so ein Durchstieg aber auch ein Aspekt der Sicherheit. Es mag sein, dass man nicht immer an vertrauenswürdigen Orten übernachtet. Wenn dann eine Bedrohung irgend einer Art entsteht, kann man schnell nach vorn und sich aus dem Staub machen, ohne das Fahrzeug verlassen zu müssen. Fast alle derer, die die freie Lebensweise der modernen Nomaden leben, berichten jedoch, dass sie diesen Fall noch niemals erlebt haben.
So musste also als erstes ein Loch in Gustav geschnitten werden.
Hierzu wurde die gesamte Innenverkleidung der Rückwand ausgebaut. Um dort überhaupt dran zu kommen, wurden auch die Sitze entfernt (man beachte den Eimer als Ersatz für den Fahrersitz). Der mittlere Sitz wird erst gar nicht wieder eingebaut. An dessen Stelle wird später ein gemütliches Plätzchen für unsere Vierbeiner entstehen. Da die hinteren Fenster zum Einen im Weg waren und zum Anderen später auch überhaupt keine Sinn mehr machen würden, wurden sie durch Bleche ersetzt. Dann wurde ein großes Loch geschnitten und außen und innen mit einem Rahmen versehen.
Das große Brett diente lediglich dazu, dass es nicht rein regnen konnte während der Kleber trocknete und Gustav draußen geparkt war.
Einige Tage später konnten dann der Rahmen und die beiden neuen Bleche wieder lackiert werden.
Auf diesen Rahmen wird später ein Tunnel aus LKW Plane montiert.
Bevor wir uns wieder dem Bau zuwenden, möchten wir noch etwas detaillierter auf die Planung der Technik eingehen. Wer auch immer sich mit dem Gedanken herum schlägt, ein solches Projekt in Angriff zu nehmen, sollte den Aufwand der Planung der einzelnen Gewerke nicht unterschätzen. Es geht nicht nur darum, sich Gedanken über den perfekten Grundriss zu machen, den es sowieso nicht gibt. Oder darum, „einfach“ mal eben ein paar Möbel zu schreinern. Es geht auch um Themen wie Toilette, Wasserversorgung, Elektrische Anlage inkl. 230V und 12V oder 24V, Gasversorgung und die Heizung. Dabei stößt man unweigerlich immer wieder auf Bereiche, an die man vorher niemals gedacht hat, Bereiche, die man als selbstverständlich genommen hat. Wir sagen nicht, dass es auch für einen Laien wie uns nicht machbar ist. Wir machen es ja auch. Es sei nur davor gewarnt, ein solches Projekt zu unterschätzen. Unzählige Stunden sind alleine dafür drauf gegangen, uns zu informieren, Foren zu lesen, Anleitungen von Herstellern zu wälzen, mit Leuten zu telefonieren, die sich damit auskennen.
Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle noch einmal Andre von Amumot.de, der nicht müde wurde, Rico bei der Planung der Elektrik zu unterstützen und aus seiner Erfahrung auch zu allen anderen Gewerken wertvolle Tipps gegeben hat. Und natürlich Benny von frm-technik, der ebenfalls während der gesamten Planung und Bauphasen ein unschätzbarer Quell an Informationen war. Beide haben wir vermutlich mit unseren Fragen an den Rand des Wahnsinns getrieben. Aber sie blieben immer hilfreich und waren für uns da. Ohne Euch hätten wir es kaum hinbekommen.
So sehen alleine unsere Planungen für Heizung und Elektrik aus:
Am 09.12.2019 wurden die Teile für die Wohnkabine geliefert.
Welcher der drei Stapel es war wissen wir gar nicht mehr.
Da die Montagehalle noch besetzt war begann der eigentliche Aufbau der Kabine aber erst Anfang Februar.
Es ging mit der Vorbereitung der Seitenwand der Beifahrerseite los.
Es muss kalt gewesen sein, wenn ich mir den Mitarbeiter so ansehe
Auf diese Seitenwand wurde dann das gesamte Heck geklebt. Also untere und obere Seitenwand und das „Dach“ vom Balkon.
Am 16. Februar stattete Rico Gustav dann mal einen Besuch ab. Er wollte doch die Fortschritte mal mit eigenen Augen sehen. Außerdem nahm er die Gelegenheit wahr, mit Benny noch ein paar Dinge zu besprechen.
Bei der Ankunft sah Rico Gustav dann schon dort stehen. Inmitten anderer großer Autos in der Kälte.
Als er die Halle betrat bot sich ihm folgendes Bild. Da stand eine halbe Kabine. Ganz schon ganz schön groß. Oder es wirkt in der Halle nur so?
Hier sieht man das Heck. Unter dem Balkon soll später das Reserverad Platz nehmen. Wenn man genau hinsieht erkennt man, dass die Stoßstange ausziehbar ist. Wenn wir mit den Motorrädern im Auto fahren, kommt hinter die ausgezogene Stoßstange eine Schiene in der dann Ricos Motorrad stehen wird. Wenn man sich andere Wohnmobile dieser Größe ansieht, die mit einem Balkon ausgestattet sind, sieht man von der Seite meistens eine Stufe. Diese Stufe gefiel uns nicht so sehr. Darum haben wir uns die durchgezogene Seitenwand mit der Abschrägung unten einfallen lassen. Das hat neben der Optik auch den Vorteil, dass wir dort noch Utensilien wie Schaufeln oder ähnliches unterbringen und den Bereich mit einer Plane schließen können. So ist dort dann auch alles vor Witterung und der Sonne geschützt. Wir dürfen beim Rangieren nur niemals irgendwo hängen bleiben.
Hier noch zwei weitere Impressionen von der bisherigen Kabine
Der Einstieg zum Bett hat wegen der Rundung oben eine etwas schwierige Form. Das Schneiden ist weniger das Problem als viel mehr die Verkleidung des Schnitts.
Eine interessant Diskussion gab es noch über die Position des Türgriffes für die Eingangstür. Ein Detail, über das man sich nur sehr selten Gedanken macht. Hier ist es allerdings von immenser Wichtigkeit. Der Boden der Kabine und somit die Unterkante der Tür wird später einmal in etwa 130cm Höhe über dem Boden sein. Also würde man den Türgriff natürlich gerne möglichst weit unten in der Tür verbauen. Von innen muss man sich jedoch immer bücken, um die Tür zu öffnen. Also sollte der Türgriff so hoch angebracht werden, dass man von außen noch gerade gut heran kommt. Und hier liegt das Problem. Rico war alleine nach Giengen gefahren. Isotta ist um einiges kleiner. Wie sollte Rico nun entscheiden, in welcher Höhe Isotta noch so eben gut an das Türschloss kommt? Hoffen wir mal, er hat die richtige Entscheidung getroffen. Wir werden es erst wissen, wenn wir beide vor dem fertigen Gustav stehen.
Noch ein paar Worte über das Material, dass hier verwendet wird.
Links ist die Außenseite. Sie besteht aus 3mm GFK. Innen sind es 2mm des gleichen Materials. Der Kern besteht aus einem Schaum aus geschredderten Kunststoffflaschen, also PET. Die gesamte Stärke der Wand beträgt stolze 60mm. Zum Vergleich: Die Wand eines Wohnmobils von der Stange ist gerade mal 30-40mm stark.
Für den Boden wird eine Kombination aus 2mm GFK, 6.5mm Birke- Multiplex, 76.5mm HD 300 Schaum, 6.6mm Birke-Multiplex, 6.5mm Birke-Multiplex und nochmals 2mm GFK verwendet. Somit ist der Boden sage und schreibe 100mm, also 10cm dick.
Viele Monde waren ins Land gezogen. Rico hatte den ganzen Sommer damit zugebracht, insgesamt 268 Einzelteile zu sägen, zu bearbeiten, zu schleifen und in den Keller zum Ölen zu bringen. Die Corona-Pandämie und die damit verbundene Kurzarbeit kamen ihm dabei sehr gelegen.
Bei Gustav war nicht viel passiert. Aber wir lagen ja auch noch im vorher vereinbarten Zeitplan. Im Herbst sollte der Bau eigentlich erst beginnen. Und dafür waren wir eigentlich schon ziemlich weit.
Anfang Oktober erreichten uns dann ein paar Bilder mit der Frage, was wir denn jetzt mit dem Fahrgestell machen sollten? Es sah zwar für sein Alter super aus. Aber die eine oder andere Stelle hätte schon etwas aufbereitet werden können.
Wir überlegten kurz und entschieden uns, es komplett überarbeiten zu lassen. Zwar war es zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich nötig. Doch sollte eine dieser Stellen irgendwann in den nächsten 30 Jahren Probleme verursachen, würden wir uns sicher ärgern. Und dafür sei der Aufwand doch jetzt eher gering.
Also wurde zunächst alles geschliffen und grundiert. Das machte Gustav nicht unbedingt hübscher…
Doch das Ergebnis war der Hammer. Als uns diese Bilder erreichten konnten wir unseren Augen kaum trauen, was so ein bisschen Farbe doch ausmachte…
Der Aufwand hatte sich auf jeden Fall gelohnt. Nicht nur optisch. Denn wir denken, diese Schicht wird sicher die nächsten 50 Jahre halten 😉
Als nächstes kam die Nachricht „Ich habe ein paar schöne Tanks für Euch“ von Benny. Da es Tanks aus Aluminium waren, lehnten wir dankend ab. Wir wollten Stahltanks. Bennys Einwand Stahltanks seien aber etwas schwerer erwiderten wir mit den Bedenken, dass es sicher in vielen Gegenden der Welt, in die wir uns bewegen möchten, leichter sei jemanden zu finden, der einen Stahltank schweißen kann als bei Aluminium. Immerhin ist der Teufel bekanntlich ein Eichhörnchen und wie es der dumme Zufall will, könnte man sich irgendwo trotz jeglicher Vorsicht immer mal ein Loch in den Tank fahren.
Also wurden Stahltanks besorgt und zunächst provisorisch befestigt.
Solltest Du Dich übrigens die ganze Zeit schon fragen, ob da nicht noch zwei Hinterräder fehlen, liegst Du absolut richtig. Die inneren Räder kommen später wieder drauf. Sie fehlen nur, weil die Arbeiten am Fahrgestell so deutlich einfacher sind. Bei der Gelegenheit noch ein Wort zu den Rädern allgemein. Wir haben uns dazu entschieden, zunächst die verbauten Räder zu behalten. Expeditionsmobile fahren normalerweise auf einfacher Bereifung mit dann deutlich größeren Rädern. Das hat mehrere Gründe: Zum Einen sinkt der Verbrauch deutlich, wenn man große Reifen aufzieht, weil sich die Umlaufgeschwindigkeit erhöht. Somit kann man bei gleich bleibender Fahrgeschwindigkeit mit einer geringeren Motordrehzahl fahren. Ein anderer Grund ist das Verhalten in unwegsamem Gelände. Je nach Bodenbeschaffenheit kann es sinnvoll sein, den Luftdruck der Reifen deutlich zu senken. Dadurch erreicht man eine größere Auflagefläche der Reifen und sinkt nicht so schnell ein. Macht man dies bei Zwillingsbereifung reiben jedoch die inneren Flanken der Reifen an einander was dazu führt, dass sie sich gegenseitig abnutzen was sehr schnell einen Reifenplatzer zur Folge hat. Der dritte Grund sind Steine, die man auf Schotterpisten mit dem Spalt zwischen den Reifen aufsammeln kann. Auch diese reiben dann die Flanken der Reifen auf und zerstören sie im schlimmsten Falle. Da wir unsere ersten Erfahrungen allerdings auf den Straßen Europas sammeln wollen und die Reifen echt noch sehr gut aussehen, lassen wir es zunächst bei der Zwillingsbereifung und werden dann später auf Einzelbereifung wechseln.
Ein weitere Punkt, der sich an Gustav in dieser Zeit verschönert hat, war der Zwischenrahmen. Er war inzwischen beim Verzinken und hatte eine schöne silbrige Farbe bekommen.
Anlässlich eines anderen Termins, den Rico am Wochenende des 18./19. Juli in der Nähe von Giengen hatte, besuchten wir frm-technik und somit natürlich auch Gustav. Natürlich hatten wir unseren Besuch angekündigt. Benny hatte gemeint, das Wochenende danach sei besser. Sie hätten noch nicht viel an Gustav arbeiten können und am Wochenende drauf könnte er etwas mehr zeigen. Nunja, unser Termin war nunmal an diesem Wochenende und wir beruhigten ihn, es wäre nicht schlimm. Dann würden wir einfach grillen und den Abend gemütlich ausklingen lassen. Etwas zu besprechen gäbe es sicherlich auch.
Als wir das Firmengelände betraten, suchten wir natürlich sofort nach unserem Gustav. Musste er doch irgendwo hier in den Hallen stehen. Denn es sollte ja an ihm gearbeitet werden. Aber wir fanden ihn nicht. Lediglich dieses Auto sah unserem ähnlich. Aber es hatte einen kompletten Zwischenrahmen. Und der sollte ja auf unserem Gustav erst in der kommenden Woche fertig gestellt werden.
Je länger wir uns dieses Fahrgestell jedoch ansahen, desto bekannter kam es uns vor. Rico ging also nach vorn und kletterte ins Fahrerhaus. Der Name müsste ja auf der rechten Seite stehen. Total begeistert sprang er wieder heraus und rief: „Das hier ist tatsächlich unser Gustav!“ Isotta lachte nur und meinte: „Ich weiß!“ Die Überraschung war groß. Ein anderer Kunde, der auf dem Hof gerade sein eigenes Fahrzeug ausbaute, erklärte uns, dass die Jungs von frm-technik diese Woche richtig ‚rangeklotzt‘ hätten um uns etwas bieten zu können. Das nenne ich mal Kundenfreundlichkeit!
Wozu dient ein Zwischenrahmen? Wenn ein LKW zum Beispiel schräg über eine Böschung fährt, verwindet sich der gesamte Rahmen. Das kann er, weil die beiden Hauptrahmenholme nur hinten durch die Traverse relativ starr mit einander verbunden sind. Wenn man dann eine Wohnkabine fest auf diesen Rahmen montiert hat, muss sie diese Bewegung unweigerlich mitmachen. Das würde ihr schlecht bekommen und sie würde brechen. Aus diesem Grund wird ein Hilfsrahmen am hinteren Teil, im Bereich der Traverse fest mit dem Hauptrahmen verbunden und vorn so gelagert, dass er sich vom Hauptrahmen abheben kann. So bietet dieser Hilfsrahmen eine starre Plattform für den Aufbau.
Auf diesem Bild sieht man eine der vorderen Lagerungen. Sie bestehen in unserem Falle durch eine Feder und einen Stoßdämpfer.
Erinnerst Du Dich noch an die Auspuffanlage, die vorher verbaut war? (zu sehen im Beitrag „Gustav wird nackt“). Der Auspuff sieht nun so aus…
Dazu findet sich auf der rechten Seite natürlich das Gegenstück. Auf die Frage, wie sich das auf die Lautstärke auswirke, meinte Benny nur: „Ich will es mal so sagen, er hat jetzt einen kernigen Sound.“ Wir sind gespannt. Wir haben Gustav seit dem Umbau noch nicht gehört…
08.06.2020 Inzwischen wurde auch an Gustav viel gearbeitet.
Zunächst musste der alte Feuerwehraufbau runter. Im Hintergrund sieht man ihn noch stehen.
Dann kam das Aggregat vom Stromerzeuger raus und die Hebebühne wurde entfernt. Somit brauchte er eine neue Traverse, die die Hauptholme des Rahmens hinten mit einander verbindet.
Es wurden noch ca. 3km Auspuffanlage abgebaut. Wir hatten uns überlegt, ob wir nicht den schönen Auspuff mit der Charakteristischen Klappe oben behalten sollten. Da wir aber nicht ständig unsere Solarpanelen auf dem Dach putzen wollten, musste er weichen.
Weil wir den Platz ausserhalb des Rahmens für Staukästen und Tanks brauchen wurden alle Leitungen und der Speichertank für die Luft nach innen verlegt. Nun blieb außen nur noch der Batteriekasten übrig. Das ist auch gut so, denn an die Batterien muss man ja vielleicht später leichter dran kommen.
So sieht er schon wirklich ziemlich nackt aus. Die erste Beurteilung zeigt jedoch ein weiteres Mal, dass unsere Entscheidung goldrichtig war. An dem Fahrgestell müsste nicht viel gemacht werden. Es sah für sein Alter klasse aus. Keine Teile müssen ersetzt werden.
Unser Bestreben bei der Planung war es, Gustavs Gesamtlänge unter 8m zu halten. Dies kann wichtig werden, wenn wir doch mal auf einen Stellplatz oder Campingplatz möchten. Viele Betreiber können Fahrzeuge über 8m nicht akzeptieren. Auch die eine oder andere Fähre berechnet ab einer Länger von 8m einen höheren Tarif.
An einem anderen Fahrzeug, bei dem der Zwischenrahmen schon montiert war, zeigte Benny, wie weit wir die Kabine nach vorn schieben könnten, wenn wir an der Unterkante eine Schräge einplanen würden. Tatsächlich haben wir dadurch nicht nur 16cm sondern gleich 18cm rausholen können. Mit einer Umplanung im Innenraum wäre vielleicht auch noch mehr drin gewesen.
Lange bevor wir wussten, welches Fahrgestell es denn nun sein würde, ging natürlich die Planung los. Zunächst wurden unzählige Skizzen verschiedenster Grundrisse ganz herkömmlich mit Papier und Bleistift angefertigt. Als das Grundkonzept stand und die Planung konkreter wurde, haben wir jedoch ein iPad Pro angeschafft. Auf dem wurden dann die Möbel in einem CAD Programm gezeichnet.
Mit diesem Plan ging es dann in die Werkstatt. Naja, vielleicht ist Werkstatt ein etwas zu hoch gestochener Begriff. Die eine Hälfte unserer Doppelgarage wurde mehr oder weniger leer geräumt und die benötigten Maschinen dort aufgestellt.
Da wir keine Schreiner sind, mussten wir viele der Geräte erst anschaffen. Auch hatten wir noch nie an einer Tischkreissäge gearbeitet, geschweige denn mit einer Oberfräse. Aber alles sollte sich ja lernen lassen.
Sehr viele Tipps zum Thema Holzbearbeitung haben wir übrigens auf YouTube im Kanal „Lets bastel“ von Michael Truppe gefunden. Ohne ihn hätten wir uns vermutlich nicht einfach so an eine Ober- oder Tischfräse gewagt.
Der Plan ging aber ganz gut auf. Jedes einzelne Teil der Möbel konnten aus dem CAD Programm auf dem iPad virtuell heraus gezogen und entsprechend gefertigt werden.
Die Möbel bestehen aus Birke-Multiplex mit 9, 16 und 21 mm Stärke. Also eine recht massive Angelegenheit.
Bei der Herstellung der Duschwanne haben wir uns dann an den Schlosser unseres Vertrauens gewendet. Dieses in alle Richtungen verwinkelte Ding konnte nur er herstellen. Vom Schweißen haben wir nämlich noch weniger Ahnung, als vom Schreinern.
Das Bad ist dann auch der einzige Raum, in dem Edelhölzer zur Verwendung kommen. Wir haben uns lange gegen dagegen gewehrt, weil uns der Umweltgedanke die ganze Zeit im Kopf herum schwebte. Schließlich haben wir hierfür jedoch einen Händler gefunden, der sehr stark darauf achtet, möglichst klimaneutral zu arbeiten. So wurden nun also der Waschtisch, die Toilettenabdeckung und der Boden aus Teakholz gesägt.
Die Verbindungen zwischen dem Unterbau und Latten bestehen ausschließlich aus Holzdübeln. Keine Schraube und kein Leim.
Am 21.02.2020 war es endlich so weit. Benny von frm-technik und ich, Rico, fuhren nach Zürich und holten Gustav. Zu diesem Zeitpunkt stand der Name noch nicht fest. Als wir auf den Hof des Gebraucht-LKW-Händlers fuhren suchte ich natürlich schon aufgeregt nach dem schönen rot-weißen Auto. Er stand versteckt in einer Tiefgarage.
Etwas verloren sah er da schon aus.
Beim ersten Einsteigen stand der Name für unser neues Vehikel dann auch sofort fest. Immerhin stand der Name schon auf der Abdeckung des Sicherungskastens vorm Beifahrer.
Nun folgte eine wahre Odyssee durch den Schweizerisch-Deutschen Bürokratiedschungel. Das Problem war, dass die mitgebrachten deutschen Überführungskennzeichen in der Schweiz nicht galten. Der Grund wurde uns zwar erklärt, verstanden haben wir ihn aber nicht. Somit mussten wir ca. 30 Minuten durch die Gegend fahren um bei der zuständigen Zulassungsstelle schweizer Überführungskennzeichen zu besorgen. Dort gab es dann noch etliche Diskussionen wegen der Ausfuhr etc.
Nach langem hin und her hielten wir aber endlich die Kennzeichen in Händen und machten uns auf den Weg zurück nach Deutschland.
An der Grenze gab es den ersten Zwischenstopp denn Gustav musste verzollt werden. Dies ging auch überraschend zügig und ohne Probleme.
Die dortigen deutschen Grenzbeamten waren so begeistert von dem fast 30 Jahre alten Gustav, dass sie sogar zu zweit raus kamen um das Prachtstück zu bewundern.
Der nächste Halt war dann an der Fähre über den Bodensee.
Bei absolutem Kaiserwetter hat es echt Spass gemacht, dieses wunderbare Gefährt zu bewegen. Er ist nicht der schnellste. Aber Spass macht es dennoch. Die ersten Fahrzeuge, die ich bei der Freiwilligen Feuerwehr gefahren bin, waren in etwa gleich. Daher kamen urige Erinnerungen hoch.
Nach einem kurzen Boxenstopp bei einem bekannten amerikanischen Gourmettempel (Golden Arches) ging es mit der letzten Etappe nach Giengen an der Brenz wo Gustav eine längere Verschnaufpause machen sollte…